Steuerbelastung

Jetzt kommen die sieben mageren Jahre für die Aargauer Gemeinden

Vielen Gemeinden fehlt das Geld für die notwendigen Investitionen. (Symbolbild)

Vielen Gemeinden fehlt das Geld für die notwendigen Investitionen. (Symbolbild)

Viele Gemeinden müssen nach den Schulen dringend weitere Infrastrukturen wie Strassen und Leitungen erneuern. Das dauert und kostet viel Geld. Dementsprechend erhöhen 19 Gemeinden den Steuerfuss – nur gerade 4 Gemeinden senken ihn.

Eine der liebsten Klagen von Herrn und Frau Schweizer betrifft die Steuerlast. Doch in den letzten Jahren ist sie im Aargau für viele Menschen gesunken. Zum einen als Folge der Steuerreform von 2012. Zudem sanken auch viele Gemeindesteuerfüsse. 2011 gingen sie in 40 Gemeinden runter, nur in 11 Gemeinden rauf. Gegenüber dem Jahr 2000 verlangen heute 166 Gemeinden tiefere Steuern.

Bessere Ansicht für PC-Nutzer: Klicken Sie in der Grafik auf dieses Symbol Fullscreen, um die Karte in voller Grösse zu sehen.


Grafik: Elia Diehl

CartoDB: Veränderung der Gemeindesteuerfüsse im Kanton Aargau

Doch nach den sieben fetten Jahren folgen jetzt die sieben mageren Jahre. Tatsächlich stecken wir schon mittendrin. Bereits 2014 stieg der Steuerfuss in mehr Gemeinden, als er sank.

2016 klettert er in 19 Gemeinden nach oben – je nach Referendumsausgang am 28. Februar auch in Obersiggenthal. In Buchs und Aarau wurde eine Steuerfusserhöhung auf 100 bzw. 102 Prozent an der Urne abgelehnt. In beiden Gemeinden werden der Einwohnerrat und das Volk nochmals über höhere Steuern entscheiden.

Bessere Ansicht für PC-Nutzer: Klicken Sie in der Grafik auf dieses Symbol Fullscreen, um die Karte in voller Grösse zu sehen.


Grafik: Elia Diehl

CartoDB: Gemeindesteuerfüsse im Kanton Aargau

Gerade noch vier Gemeinden im konnten den Steuerfuss auf das laufende Jahr hin senken. Gemeindeammänner-Präsidentin Renate Gautschy befürchtet, dass das Negativpendel noch stärker ausschlägt. Dies, weil viele Gemeinden dringend ihre Infrastruktur erneuern müssen, vorab Strassen und Leitungen.

Trend kommunal und kantonal

Dieser kommunale Trend geht mit demjenigen im Kanton einher. Letzterer hat dank der Strassenkasse zwar genug Geld für die Strasseninfrastruktur. Trotzdem kämpft er seit über zwei Jahren gegen drohende Defizite. Für 2016 wird bereits ein drittes kantonales Sparprogramm erwartet, das auch wieder auf die Gemeinden Auswirkungen haben wird. Der Kanton will zwar auch Mehreinnahmen hereinholen. Doch damit klappte es erst so richtig mit der gesetzlich verlangten Anpassung des Eigenmietwerts nach oben. Dies bringt dem Kanton 14, den Gemeinden 13,3 Millionen Franken. Mehreinnahmen soll auch eine Beschränkung des Pendlerabzuges ab 2017 bringen.

Doch der Grosse Rat wird voraussichtlich nur einer Beschränkung auf 10 000 Franken zustimmen (die Regierung wollte eine auf 6 000 Franken). Dies bringt Kanton und Gemeinden «nur» Mehreinnahmen von 10 Millionen.

Auf eine Entlastung freuen dürfen sich zentrumsnahe Agglomerationsgemeinden wie etwa Neuenhof, Windisch, Spreitenbach, Suhr, Menziken, die Zentrumsgemeinden Wohlen und Reinach, aber auch das Städtchen Aarburg. Nämlich dann, wenn der Grosse Rat den neuen Finanzausgleich definitiv verabschiedet.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1