Aargauer Volksschule

Jetzt ist es definitiv: Französisch gibt es bald schon in der 5. Klasse

Der Kanton Aargau setzt die nationale Sprachenstrategie um (Symbolbild).

Der Kanton Aargau setzt die nationale Sprachenstrategie um (Symbolbild).

Der Kanton Aargau setzt die nationale Sprachenstrategie um. Gleichzeitig mit der Einführung des neuen Lehrplans Volksschule auf das Schuljahr 2020/21 wird es in der 5. Klasse der Primarschule mit drei Wochenlektionen in Französisch los gehen.

Der Grosse Rat beschloss am Dienstag die Einführung des neuen Lehrplans Volksschule auf das Schuljahr 2020/21 und bewilligte gleichzeitig die Mehrkosten für die zwei zusätzlichen Lektionen von drei Millionen Franken pro Jahr. Der Entscheid fiel mit 74 zu 54 Stimmen. Die Primarschülerinnen und Primarschüler werden neu ab der 5. Klasse mit dem Erlernen der französischen Sprache beginnen.

Die Schüler erhalten gemäss Konzept je drei Lektionen in der 5. und 6. Klasse. Derzeit startet dieser Sprachunterricht in der 6. Klasse. Die Gemeinden müssen 35 Prozent der Mehrkosten übernehmen. Weil an der Primarschule mehr Französisch unterrichtet wird, erhöht sich der Bedarf an Lehrpersonen.

Mehrkosten umstritten

Im Parlament waren mit Ausnahme der SVP alle Fraktionen für die Vorlage. Es werde ein Grundstein für den nationalen Sprachenzusammenhalt gelegt, hielten die Befürworter fest. Der Aargau setzte endlich die nationale Sprachenstrategie um. Die Aargauer Schüler dürften nicht benachteiligt werden.

Die SVP lehnte die Mehrkosten ab und betonte, die Schüler würden überfordert. Der Französischunterricht könne zwar vorverlegt werden, es brauche indes keine zwei zusätzlichen Wochenlektionen. Die Zahl Pflichtlektionen solle in der Primarschule nicht erhöht werden.

Der Regierungsrat betonte, der ausgebaute Französischunterricht in der obligatorischen Schulzeit lege einen Grundstein zur Verständigung zwischen den Sprachregionen. Der Gebrauch einer weiteren Landessprache sei eine gute Voraussetzung für politische, wirtschaftliche, touristische und private Kontakte zur anderssprachigen Bevölkerung der Schweiz.

Englisch bleibt erste Fremdsprache

Mit dem neuen Lehrplan werden die Primarschüler wie bisher ab der dritten Klasse in Englisch unterrichtet. Für die Schüler der Sekundar- und Bezirksschule sind die Fächer Französisch und Englisch obligatorisch. An der Realschule besteht in der dritten Klasse eine Wahlpflicht zwischen den beiden Fremdsprachen. (sda)

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