Am Montag machte die AZ unter Berufung auf eine gute Quelle publik, dass die Aargauer Grünliberalen Doris Aebi für die Ersatzwahl ins Rennen schicken wollen. Aebi war bis vor kurzem Vizepräsidentin der Migros und ist Headhunterin. Bis im Jahr 2000 war die gebürtige Solothurnerin Aebi (54) SP-Kantonsrätin. Jetzt will sie für die GLP in die Aargauer Regierung. Am Freitagabend an der Mitgliederversammlung in Baden wurde sie mit Applaus auf den Schild gehoben.

Aebi sei die ideale Kandidatin der politischen Mitte, die als Macherin Verantwortung in wichtigen Dossiers übernehmen könne, rühmt Parteipräsident Beat Hiller: «Sie hat während ihrer politischen und beruflichen Laufbahn bewiesen, dass sie eine ausgeprägte Brückenbauerin ist und grossen Wert auf eine respektvolle Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Beteiligten und Institutionen legt.»

Die AZ fragte Doris Aebi, warum sie in die Regierung will. Sie sei schon immer ein politisch denkender und handelnder Mensch und habe die Politik aus verschiedenen Aspekten kennen gelernt, sagt sie. In der Parlamentsarbeit, in Kommissionen und Aufsichtsgremien öffentlicher Institutionen. Daneben, so Aebi, «habe ich eine Wirtschaftskarriere gemacht und bin jetzt 54-jährig an einem Punkt, an dem ich mir sehr gut vorstellen kann, mich neuen Herausforderungen zu stellen».

Genau da habe die GLP des Kantons Aargau sie gefragt, ob sie ihre Erfahrung als Regierungsrätin in ihrem Wohnkanton einbringen würde. Nach einer kurzen Bedenkzeit und der Beratung mit ihrer Familie habe sie «mit vollem Elan zugesagt». Sie sei überzeugt, dass sie für den Kanton Aargau einen Mehrwert leisten könne. Aebi: «Aufgrund meiner grossen Erfahrungen mit komplexen Organisationen und Strukturen bin ich in der Lage, stabile Lösungen für wichtige Themen der Aargauer Bevölkerung zu finden.»

Doch warum tritt sie für die GLP an, nicht mehr für die SP? In jungen Jahren habe sie in der SP politisiert und sei seit 20 Jahren parteiunabhängig, antwortet Aebi: «Mit der GLP habe ich seit ihrer Gründung sympathisiert und ihr jeweils meine Stimme gegeben.»

Aber droht ihr nach der langen politischen Absenz nicht das Etikett einer Quereinsteigerin? «Vorsicht», sagt Aebi: «Erstens bringe ich als ehemalige Grossrätin über zwei Legislaturen politische Erfahrung mit. Zweitens bin ich seit je eine politisch denkende und handelnde Frau. Politisch aktiv sein kann man auch ausserhalb eines konkreten politischen Amtes.»

So habe sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten politisch engagiert. Sei es als Mitglied des Hochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz, als Verfasserin zahlreicher Kolumnen oder als Wirtschaftsfrau, die mit dem eigenen Unternehmen auch Verbände und Institutionen der öffentlichen Hand in der Findung von Top-Personal für Spitzenpositionen berät.