Strassenschilder
Jetzt erhalten auch die vergessenen Aargauer Regionen Tourismus-Tafeln

67 neue Tourismus-Tafeln werden im Aargau noch dieses Jahr an Kantonsstrassen aufgestellt. Drei Jahre, nachdem die ersten 38 nahe an Autobahn-Ausfahrten zu stehen kamen und für Aufruhr sorgten.

Philipp Zimmermann
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Tourismustafel – Klingnauer Stausee (Standort-Nummer 66) Bei allen neuen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe. Wir zeigen eine Auswahl. Eine Tafel mit einem Motiv vom Klingnauer Stausee soll am Standort mit der Nummer 66 aufgestellt werden.
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Tourismustafel – Thermalbad Bad Zurzach Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Aargauer Tourismustafeln – Entwürfe
Tourismustafel – Propstei in Wislikofen im Studenland Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Suhrental Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Kloster Muri Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Jüdischer Kulturweg im Surbtal Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Blick vom Homberg auf das Wynental Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Augengebiet Alte Reuss in Künten-Sulz Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Strohhausdach und Museum in Kölliken Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Blick auf die Weinregion Limmattal Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.
Tourismustafel – Ruine Schenkenberg in der Region Brugg Bei allen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe.

Tourismustafel – Klingnauer Stausee (Standort-Nummer 66) Bei allen neuen Tafeln handelt es sich noch um Entwürfe. Wir zeigen eine Auswahl. Eine Tafel mit einem Motiv vom Klingnauer Stausee soll am Standort mit der Nummer 66 aufgestellt werden.

ZVG

Der Ärger war gross: Im 2014 stellte der Kanton 38 neue Signalisationstafeln an Autobahn-Ausfahrten im Aargau auf. Diese werben für meist wenige Kilometer entfernte Sehenswürdigkeiten. Leer gingen damals drei Regionen aus: Das Zurzibiet, das Freiamt und das Wynental. «Wir sind enttäuscht», sagte Peter Andres, Geschäftsführer vom Wirtschaftsforum Zurzibiet. "Fast ein bisschen skandalös", fand das Martin Widmer, Präsident des Wynentaler Regionalplanungsverbandes aargauSüd.

Diese Reaktionen blieben nicht ohne Folgen. Denn mittlerweile steht fest: Der Kanton wird 67 zusätzliche Tafeln an Kantonsstrassen im ganzen Aargau aufstellen. "Die Schilder sind relativ gleichmässig auf alle Regionen des Kantons verteilt", sagt Giovanni Leardini, Mediensprecher des zuständigen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). "Ein Ziel war eine einigermassen ausgewogene Verteilung und Berücksichtigung aller Regionen." Das BVU ist federführend. Die Regionalplanungsverbände sowie Aargau Tourismus und die Abteilung Kultur vom Departement Bildung, Kultur und Sport wurden miteinbezogen.

Die neuen Tafeln erhalten dasselbe Layout und werden sich von jenen an den Nationalstrassen nicht unterscheiden. Die Regionen haben ihre Sujets selbst ausgewählt. Der az liegen einige Entwürfe vor. Sie zeigen etwa ein Aussichtsbild vom Homberg aufs Wynental, das Kloster Muri oder den Klingnauer Stausee. Die Bilder sind noch nicht definitiv ausgewählt und unbearbeitet.

13'580 Franken pro Stück...

... kosten die zusätzlichen 67 Tourismus-Tafeln. Das sind insgesamt 910'000 Franken. Die 38 Autobahn-Tafeln von 2014 kosteten rund 1 Million Franken, also 26'320 Franken. Die tieferen Stück-Kosten haben mehrere Gründe: Für alle Autobahn-Tafeln waren Sockel und Fundamente nötig. Dagegen ersetzt rund die Hälfte der neuen Tafeln eine bestehende. Einige der 67 Tafeln erhalten zudem bestehende Sujets von 2014.

Gleichmässig auf Regionen verteilt

Mit den Schildern solle nicht nur Werbung für die schönen Regionen und das kulturelle und touristische Angebot des Kantons gemacht werden. Auch sollen die Sehenswürdigkeiten besser signalisiert werden. "Insbesondere für die Regionen, die nicht direkt an der Autobahn liegen", sagt Leardini.

Vor drei Jahren sprudelte rund eine Million Franken aus dem Swisslos-Fonds. Aus dem selben Topf werden die neuen Tafeln finanziert. "Für die Steuerzahler, die Gemeinden und Regionalplanungsverbände fallen keine Kosten an", unterstreicht Leardini. Die Kosten betragen insgesamt 910'000 Franken. Ab Spätsommer werden die ersten dieser Tafeln montiert. Bei den anderen muss der genaue Standort noch bestimmt werden.

Diese Tafeln stehen seit Ende 2014 an Aargauer Autobahn-Ausfahrten. Diese Tafel wird auch an sechs Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.
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Tourismustafel auf einer Autobahn: Aarau. Diese Tafel wird auch an zwei Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Aarburg. Diese Tafel wird auch an einem Kantonsstrassen-Standort aufgestellt.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Baden.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Schloss Habsburg.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Schloss Hallwyl.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Jurapark Aargau im Fricktal. Diese Tafel wird auch an sieben Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Laufenburg.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Lenzburg.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Rheinfelden.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Hallwilersee. Diese Tafel wird auch an zwei Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Vindonissa (Windisch). Diese Tafel wird auch an drei Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Kloster Wettingen.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Schloss Wildegg.
Tourismustafel auf einer Autobahn: Historische Altstadt Zofingen. Von Zofingen und seiner Altstadt wird es zusätzliche Tafeln geben.

Diese Tafeln stehen seit Ende 2014 an Aargauer Autobahn-Ausfahrten. Diese Tafel wird auch an sechs Kantonsstrassen-Standorten aufgestellt.

ZVG

Der Zurzibieter Peter Andres freut sich über die neuen Tafeln. «Wir sind dem Kanton dankbar, dass er unsere Reklamation erhört hat», sagt er. Und dass neue Schilder als Visitenkarte bald auf die touristischen Highlights im Zurzibiet wie den Klingnauer Stausee oder den Jüdischen Kulturweg hinweisen. Ob es seine Freude trübt, dass die Schilder nicht an Autobahn-Ausfahrten, sondern an Kantonsstrassen stehen? «Im Gegenteil. Die Schilder sind so näher an den Sehenswürdigkeiten.» Die Chance, dass jemand spontan dorthin abzweigt , schätzt er höher ein als bei einer Autobahn-Ausfahrt.

«Für den Kanton ist das eine schöne Plattform für Werbung in eigener Sache», freut sich Andrea Portmann, die Direktorin von Aargau Tourismus. Doch lässt sich einschätzen, ob die Tafeln mehr Tagestouristen oder gar Logiernächte bringen? «Die Tafeln sind einerseits identitätsfördernd für die Bevölkerung», sagt sie. «Andererseits lernen jene, die durch die Region fahren, Neues kennen.» Ob eine Region allein wegen der Tafeln mehr Touristen anziehe, wage sie zu bezweifeln. Man müsse sie aber als eine von vielen Werbemassnahmen sehen. «Wer nicht wirbt, kann auch nicht wahrgenommen werden.»

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