400 Franken Steuern pro Katze? (Mai 2016)

400 Franken Steuern pro Katze?

Zuerst wollte Johannes Jenny streunende Katzen abschiessen lassen. Jetzt fordert er eine Katzensteuer von 400 Franken pro Tier.

Rund 1,5 Millionen Katzen gibt es in der Schweiz. Zu viele, finden Naturschützer wie der  FDP-Grossrat und Aargauer Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny. Die Samtpfoten bedrohen Vögel und Reptilien, welche unter Artenschutz stehen. «Es werden viele junge Vögel gefressen und gequält. Es ist ein eigentliches Massaker», sagte Jenny in einem Beitrag der «Rundschau» auf SRF.

September 2015: FDP-Grossrat Jenny präsentierte nach der Ablehnung seiner Abschuss-Idee neue Strategien.

September 2015: FDP-Grossrat Jenny präsentierte nach der Ablehnung seiner Abschuss-Idee neue Strategien.

Mit seiner Forderung «wilde Katzen sollen abgeschossen werden», blitzt FDP-Grossrat Johannes Jenny bei der Aargauer Regierung ab.

Jenny fordert deshalb eine Steuer für Katzenbesitzer. Gegenüber der «Nordwestschweiz» deutete der Tierschützer bereits im vergangenen September die Möglichkeit einer Steuer für Besitzer von unkastrierten Katzen an. Nun nennt der Tierschützer erstmals konkrete Zahlen: Zwischen 300 und 400 Franken sollen Besitzer von unkastrierten Katzen hinblättern. Nur so zeige die Abgabe Wirkung. Der Kanton Aargau solle mit der Katzensteuer vorangehen. Das Fernziel sei aber eine Lösung auf Bundesebene.

Einfluss auf Tierwelt umstritten

Katzenforscher Dennis Turner kann einer solchen Katzensteuer wenig abgewinnen. Es  gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass die Katzen für das Verschwinden anderer Kleintiere verantwortlich seien, so Turner im «Rundschau»-Beitrag

Dem widerspricht der Pro-Natura-Geschäftsführer: «Das ist Unsinn. Die Zauneidechse ist erwiesenermassen lokal durch Katzen ausgerottet worden.»  Weiteren geschützten Arten drohten zu verschwinden, so Jenny, und nennt die geschützte Geburtshelferkröte als Beispiel.

Abschuss und Ausgangs-Rayon

Johannes Jenny kämpft seit langem für die Dezimierung des Katzenbestandes. 2015 hatte er in einer Interpellation gefordert, dass Jäger verwilderte Katzen abschiessen und sich Hauskatzen nur in einem bestimmten Rayon bewegen dürfen. Die Reaktionen der Katzenliebhaber waren heftig.