82 164 Kinder kamen im Jahr 2012 in der Schweiz auf die Welt. Das sind rund 10 000 mehr als zehn Jahre zuvor. Im Kanton Aargau erblickten 6404 Kinder das Licht der Welt. Auch in Aarau, dem einzigen Ort im Kanton mit zwei Spitälern, haben die Geburten zugenommen. «In den letzten Jahren waren es immer 500 Geburten mehr pro Jahr als noch im Jahr 2007», sagt Beat Koch, Leiter des Zivilstandsamts der Stadt Aarau. Von 1729 Geburten im Jahr 2007 stieg die Zahl auf 2211 Kinder im Jahr 2012 an. Jedes dritte Aargauer Baby kam also in Aarau zur Welt.

Ähnlich dürften die Zahlen für das Jahr 2013 ausfallen; die Statistik liegt Koch noch nicht vor. Von einem eigentlichen Babyboom in Aarau will Koch trotzdem nicht sprechen. Denn: «Wir führen das auch darauf zurück, dass die Geburtskliniken in Zofingen und Brugg geschlossen wurden und die Frauen nun nach Aarau kommen, um zu gebären.»

In Baden, der zweiten grossen Stadt im Kanton, verzeichnete das Kantonsspital letztes Jahr 1640 Neugeborene und bleibt damit in der Nähe der Rekordzahl aus dem Jahr 2012 mit 1695 Kindern. Bettina Glaus, Leiterin des Stadtbüros Baden, weist darauf hin, dass die Geburtsklinik Sonnenblick in Wettingen 2010 geschlossen wurde.

Kantonsspital baut aus

Im Kantonsspital Aarau (KSA) gab es in den letzten Jahren immer mehr Geburten: Waren es 2009 noch 1156, verzeichnete das Spital vergangenes Jahr 1446 Geburten. Für 2014 rechnet das KSA mit einer weiteren Zunahme der Geburten. Das hat Auswirkungen auf das Personal. «Mit der Zunahme der Geburten wurde kontinuierlich auch das Personal aufgestockt», sagt Monya Todesco Bernasconi, Chefärztin Geburtshilfe und Perinatalmedizin.

Fünf Geburtssäle stehen zur Verfügung, und durch die interne Umorganisation und Neuanstellungen konnte die personelle Situation im Vergleich zu vor zwei bis drei Jahren verbessert werden. Geplant sind im KSA auch bauliche Massnahmen. Die Wochenbettabteilung soll vergrössert werden. Derzeit sei eine Machbarkeitsstudie im Gang, sagt die Chefärztin.

Die Zunahme der Geburten erklärt Todesco Bernasconi damit, dass im Kantonsspital das Angebot und die Qualität in den letzten Jahren gesteigert wurde. «Wir haben viel in die individuelle Betreuung der Frauen investiert. Das hat sich herumgesprochen», sagt sie. Als Beispiel nennt Todesco Bernasconi das Projekt Netzwerk Wochenbett, welches die Koordination der Nachbetreuung nach der Geburt optimiert.

Spitzenmonate April und August

Auch in der Hirslanden-Klinik haben sich die Geburten auf einem hohen Niveau eingependelt. 2013 waren es 748 Geburten. Spitzenmonate waren der April mit 80 Geburten sowie der August mit 74. Die Privatklinik hat zwei Geburtssäle. Bei durchschnittlich 60 Geburten pro Monat ist die Auslastung entsprechend gross. Ein Ausbau der Geburtenabteilung sei aber nicht geplant, sagt die Kommunikationsverantwortliche Nadja Keller.