Die FDP-Bezirkspartei Bremgarten wird am Donnerstag den Wohler Nationalrat Matthias Jauslin als Ständeratskandidaten vorschlagen. Jauslin hatte schon Anfang September sein Interesse an der Nachfolge von Philipp Müller angekündigt, der Ende 2019 als Ständerat zurücktritt. Jetzt bestätigt Jauslin auf Anfrage: «Ja, ich trete definitiv an.» Damit kommt es am 29. November am Parteitag der FDP Aargau zum Duell zwischen Jauslin und Thierry Burkart, der seine Kandidatur schon früher bekannt gemacht hat.

Nationalrat Burkart gilt parteintern als Favorit. Davon lässt sich Jauslin allerdings nicht beeindrucken. «Mein Profil passt gut zu einem Aargauer FDP-Ständerat», sagt er und nennt drei Punkte, die aus seiner Sicht für ihn sprechen.

Erstens: Erfahrung. «Ich bin seit 20 Jahren in der Politik, war Einwohnerrat, Vizeammann, Grossrat, Parteipräsident und jetzt Nationalrat», sagt der 56-Jährige. Auch bringe er als Familienvater, ehemaliger Spitzensportler und als Unternehmer, der eine eigene Firma aufgebaut habe, viel Erfahrung mit. Jauslin: «Ich bin ein Praktiker – davon hat es im Ständerat zu wenig. Juristen hingegen hat es schon viele.» Ohne ihn namentlich zu nennen, spielt Jauslin damit auf Konkurrent Thierry Burkart an, der Jurist, 13 Jahre jünger und ledig ist.

Viele Ständeratskandidaten aus Baden

Zweitens: Herkunft. Es sei wichtig, dass es nicht nur Kandidaten aus den Ballungszentren gebe; als Kanton der Regionen sei die Verschiedenheit der Bezirke zu berücksichtigen, betont Freiämter Jauslin. Tatsächlich kommen fast alle anderen Ständeratskandidaten aus dem Osten des Kantons: Thierry Burkart, Marianne Binder (CVP) und Ruth Müri (Grüne) sind alle aus Baden. SP-Kandidat Cédric Wermuth, der von seinem Wohnbezirk Zofingen nominiert wurde, lebte zuvor ebenfalls in Baden. SVP-Kandidat Hansjörg Knecht ist Zurzibieter.

Drittens: politisches Profil. «Ich politisiere lösungsorientiert und nahe bei der Basis. Ich gehöre zum liberalen Flügel der FDP Aargau, bin eingemittet, und Berührungsängste nach links und rechts habe ich keine.» Aussenseiter Jauslin hat noch einen Monat Zeit, die FDP-Delegierten von sich zu überzeugen.