Begehrt
Jakob Huber war die rechte Hand von General Guisan: Jetzt ist sein Offiziershut aus dem Museum verschwunden

Warum Arnold Huber empört ist, dass Teile der Uniform seines Grossonkels Jakob Huber gestohlen worden sind.

Jörg Meier
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Oberstkorpskommandant Jakob Huber (rechts) aus Jonen beim Rapport mit Oberst Heuer am 19. August 1954. Hier trägt Huber eine der begehrten Mützen.

Oberstkorpskommandant Jakob Huber (rechts) aus Jonen beim Rapport mit Oberst Heuer am 19. August 1954. Hier trägt Huber eine der begehrten Mützen.

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Arnold Huber ist verärgert und enttäuscht. «Es frustriert und deprimiert mich, dass in einem staatlichen Zeughaus einfach Sachen verschwinden können», sagt er, der seit 34 Jahren als Gemeindeschreiber akribisch dafür sorgt, dass in Jonen alles seine Ordnung hat.
Hubers Ärger und Frust hängen auch damit zusammen, dass er vor wenigen Monaten entdeckt hat, dass eine Uniformmütze seines Grossonkels im Internet für sage und schreibe 10 000 Franken angeboten und dann auch verkauft worden ist.

Arnold Huber, Grossneffe des früheren Generalstabschefs Jakob Huber.

Arnold Huber, Grossneffe des früheren Generalstabschefs Jakob Huber.

Mario Heller

Wobei man wissen muss, dass Arnold Hubers Grossonkel nicht irgendwer war, sondern Jakob Huber (1883–1953) war Oberstkorpskommandant und Generalstabschef von 1940 bis 1945. Und Huber war damit die rechte Hand von General Guisan und die Nummer 2 in der militärischen Hierarchie der Schweizer Armee im Zweiten Weltkrieg.
Uniform als Leihgabe
Doch zurück zur Feldmütze. Sie war Teil der Generalstabs-Uniform, die Jakob Hubers Nachkommen 1989 dem Zeughaus Aarau als Leihgabe überlassen hatten. Die Leihgabe bestand aus zahlreichen Kleidungsstücken wie Mantel, Poncho, Hosen, Rock, dazu Dolch, Säbelhalter samt Säbelgurt, ein Paar Stiefel und drei Mützen.
Die Familie Huber glaubte, die Uniform sei im Zeughaus gut aufgehoben, und man hatte den Hubers auch in Aussicht gestellt, die Leihgabe in einer Vitrine auszustellen. Immerhin war Jakob Huber ein Aargauer, er hatte viel für sein Land geleistet und wurde noch immer verehrt. Doch aus der Vitrine wurde nichts; und die Uniform des Generalstabschefs verschwand irgendwo im Innern des Zeughauses.
Die Jahre gingen ins Land. Und die Uniform schien vergessen. Doch da meldete sich Arnold Huber im Jahre 2007 beim Zeughaus Aarau. Er erkundigte sich nach dem Verbleib der Uniform. «Es gab dafür keinen konkreten Grund», erinnert er sich, «dass ich nachgefragt habe, war wohl eher eine Art Eingebung.»
Uniform ging vergessen
Die Nachfrage sorgte für eine gewisse Unruhe im Zeughaus. Denn die Uniform konnte erst nach langem Suchen überhaupt wieder gefunden werden; sie war in schlechtem Zustand und Teile wurden restauriert. Und ob sie auch vollständig war, konnte nicht eruiert werden. Mit grösster Wahrscheinlichkeit fehlten schon damals die drei Mützen und die Stiefel.
Man gab aber Entwarnung und versicherte Arnold Huber, die Uniform sei eingelagert und man werde mit dem Museum Lenzburg die fachgerechte Aufbewahrung absprechen. Mit dieser Auskunft gab sich Arnold Huber zufrieden. «Vielleicht war das ein Fehler. Vielleicht hätte ich schon damals alles kontrollieren sollen», sagt er rückblickend.

Generalstabschef Der 1883 geborene Jakob Huber stammte aus Jonen und war als Chemiker und Vermessungstechniker tätig, bevor er 1911 zum Instruktionsoffizier gewählt wurde. Am 23. März 1940 ernannte General Guisan Oberstdivisionär Huber zum Chef des Generalstabes. Ende 1940 wurde Huber zum Oberstkorpskommandanten befördert.Der dynamische und kontaktfreudige Guisan und der wortkarge, distanzierte und vorausdenkende Huber ergänzten sich hervorragend. Huber war neben Guisan der bedeutendste Militär der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Er leistete wichtige Führungsarbeit und zeichnete sich durch Willenskraft, Selbstbeherrschung und Bescheidenheit aus. Huber starb 1953 und wurde in Jonen bestattet, wo er seine Kindheit als einfacher Bauernbub erlebt hatte. (az)

Generalstabschef Der 1883 geborene Jakob Huber stammte aus Jonen und war als Chemiker und Vermessungstechniker tätig, bevor er 1911 zum Instruktionsoffizier gewählt wurde. Am 23. März 1940 ernannte General Guisan Oberstdivisionär Huber zum Chef des Generalstabes. Ende 1940 wurde Huber zum Oberstkorpskommandanten befördert.Der dynamische und kontaktfreudige Guisan und der wortkarge, distanzierte und vorausdenkende Huber ergänzten sich hervorragend. Huber war neben Guisan der bedeutendste Militär der Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Er leistete wichtige Führungsarbeit und zeichnete sich durch Willenskraft, Selbstbeherrschung und Bescheidenheit aus. Huber starb 1953 und wurde in Jonen bestattet, wo er seine Kindheit als einfacher Bauernbub erlebt hatte. (az)

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