Jagdschutzverein

Jäger pochen zum Schutz der Rehe auf die Leinenpflicht für Hunde

Das herzige Rehkitz hat keine grosse Chance, wenn es von einem wildernden Hund angegriffen wird.

Das herzige Rehkitz hat keine grosse Chance, wenn es von einem wildernden Hund angegriffen wird.

Zum Schutz der Jungtiere verlangt der Jagdschutzverein die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. 79 Rehe und Rehkitze sind im letzten Jahr allein im Aargau von Hunden gerissen worden, worauf sie meist einen qualvollen Tod starben.

«Der Aargauische Jagdschutzverein (AJV) will das nicht einfach hinnehmen», sagte Präsident Rainer Klöti an der Generalversammlung in Sins. «Wir sind zuversichtlich, dass wir bei unserem Einsatz für die Wildtiere auch auf die Kynologen, die Polizei und die Jagdverwaltung zählen dürfen.»

Das hofft Klöti auch bei den wildernden Hunden. Die Bestimmungen seien vorhanden, die Aargauer Jagdverordnung hält unmissverständlich fest: «Hunde sind im Wald und am Waldrand vom 1. April bis 31. Juli an der Leine zu führen.» Auch für die übrige Zeit seien die Hundehalter gesetzlich verpflichtet, «ihren Hund jederzeit unter Kontrolle zu halten.»

Sensible Zeit für die Wildtiere

«Mein Hund jagd doch nicht, mein Hund gehorcht», rechtfertigen sich viele Hundehalter und lassen ihre Vierbeiner laufen. Wenn aber der Jagdinstinkt das Tier packt, hört es nicht mehr auf die Befehle von Herrchen oder Frauchen. «Die Leinenpflicht dient aber nicht allein dem Rehwild», gab AJV-Vizepräsident Thomas Laube zu bedenken. «Im April kommen die jungen Füchse und die jungen Feldhasen zur Welt.

Im Mai und Juni beginnt die Setzzeit des Rehwildes. Aber auch die boden- und strauchbrütenden Vögel sitzen in dieser Zeit auf ihren Gelegen», erklärte Laube. Zudem seien die Amphibien im Frühjahr unterwegs. Für die Tierwelt sei der Zeitraum sensibel, die Leinenpflicht darum nötig.

Dem Appell schloss sich auch René Lippuner an, Präsident des Verbandes der aargauischen Gemeindepolizeien (VAG): «Wir werden unsere Mitglieder aufrufen, vermehrt Kontrollen durchzuführen und Aufklärungsarbeit bei den Hundehalterinnen und Hundehaltern zu betreiben», versicherte er.

René Lippuner verwies aber auch auf die gesetzlichen Bestimmungen und betonte: «Bei Meldungen über Verstösse gegen die Leinenpflicht werden wir selbstverständlich aktiv werden.»

Zum Fallwild gehören Tiere, die im Verkehr, durch Krankheit oder eines natürlichen Todes gestorben sind.

Aargauer Jagdstatistik 2013

Zum Fallwild gehören Tiere, die im Verkehr, durch Krankheit oder eines natürlichen Todes gestorben sind.

Die Aktion «Rettet die jungen Wildtiere» der Stiftung Wildtiere Aargau wird auch dieses Jahr stattfinden, um die Rehkitze im Heugras zu schützen. Neben dem AJV unterstützen Pro Natura und der Bauernverband Aargau diese Aktion.

Gegen Verbot von Fotofallen

Aktiv sind die Aargauer Jäger auch bei der Revision der Jagdverordnung. Bis Ende Jahr sollen Vorschläge vorliegen. «Die Kompetenz liegt zwar beim Regierungsrat», sagte Rainer Klöti. «Wir sind aber überzeugt, dass die Jägerschaft Gehör finden wird.» Bei den Themen Zielhilfen, Nachtsichtgeräte und Fotofallen wollen sich die Jäger nicht bevormunden lassen. «Der AJV lehnt ein Verbot der Fotofallen ab», betonte Klöti.

Der Einsatz von Fotofallen sei eine zweckmässige Massnahme beim Wildmonitoring, aber auch bei der Bejagung des Schwarzwildes. Der Verband werde weiter an konstruktiven Lösungen mitarbeiten, aber die Jägerschaft sei nicht bereit, alles widerspruchslos hinzunehmen.

Keine Schonzeit für die Jäger

Regierungsrat Stephan Attiger, oberster Jagdherr im Kanton, dankte für das «Riesenengagement der Jäger, die sich selber keine Schonzeit gönnen». Die Wildschweine seien noch da, 95 Prozent aller Wildschäden würden durch Wildschweine verursacht, der Massnahmenplan bleibe.

Wer Veränderungen spüre, beobachte die Umwelt gut, erklärte Präsident Rainer Klöti: «Hirsch, Biber und Gämse sind in unsere Kulturlandschaft zurück gekehrt. Die Jäger haben Freude daran, sie haben auch einen grossen Beitrag zur Rückkehr dieser Tierarten geleistet.»

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