1. August-Feier

Ist die Gemeinde damit nicht mehr neutral? Feuerwerksverkauf in Frick ärgert Einwohner

Zum 1. August werden wohl nur wenige davon gezündet werden: Es ist zu heiss und die Coronazahlen steigen wieder, gleich zwei Gründe, das Feiern zu unterlassen.  (Themenbild)

Zum 1. August werden wohl nur wenige davon gezündet werden: Es ist zu heiss und die Coronazahlen steigen wieder, gleich zwei Gründe, das Feiern zu unterlassen. (Themenbild)

Ein Stand mit Böllern und Raketen auf dem Gelände der Gemeinde? Viele Einwohner ärgert das.

Feuerwerkverkauf zum 1. August – so mancher findet, dass das verboten sein sollte. Und wenn der Verkauf zudem auf öffentlichem Grund und Boden erfolgt, regt das den einen oder anderen noch mehr auf. So wie jetzt in der Gemeinde Frick. Ein AZ-Leser ärgert sich, dass die Gemeinde einen Stand beim Gemeindehaus bewilligt hat. «Ein solcher Stand gehört nicht auf einen Platz der Gemeinde», findet der Leser.

Standbetreiber ist das Ladengeschäft Binkert mit Baby- und Spielwarenartikeln an der Hauptstrasse. Dieses verkauft seit 34 Jahren Feuerwerk in Frick und hatte vor der Coronazeit für Fricktaler Gemeinden vielfach auch das Abbrennen öffentlicher Feuerwerke zur Bundesfeier übernommen. «Wir stehen 2020 nicht zum ersten, sondern zum dritten Mal auf dem Gemeindehausplatz», sagt Geschäftsführer Markus Bachmann. Davor hatten sie Böller, Raketen und Fontänen vor dem alten Gemeindehaus angeboten. Das, nachdem verschärfte Brandschutzauflagen den Verkauf vor dem eigenen Laden nicht mehr zuliessen. Doch auch der zweite Standplatz währte nicht lange; er ging mit dem Einzug von Regional- und Kantonspolizei ins alte Gemeindehaus zu Ende. Die Polizei wollte das Areal zu jeder Zeit frei haben, um ungehindert ausrücken zu können.

Gemeindeammann Daniel Suter: «Platz steht jedem offen»

«So haben wir im Sinne der guten nachbarschaftlichen Beziehungen dem Unternehmen Binkert ermöglicht, auf den Gemeindehausplatz umzuziehen», sagt Fricks Gemeindeammann Daniel Suter. Als ein Statement pro 1.-August-Knallerei seitens der Gemeinde will er das nicht verstehen. «Wir haben Gewerbefreiheit in der Schweiz. Jeder kann zudem selbst entscheiden, Feuerwerk zu kaufen oder nicht.»

Es sei auch keine Sonderaktion zum 1. August. Zwar sei es bisher selten vorgekommen, dass Anträge auf Nutzung des Gemeindehausplatzes für gewerbliche Zwecke eingegangen sind. Suter nennt als einen der wenigen Fälle den Frühlingsmarkt 2019. Es stehe jedem auf Antrag frei, den Gemeindehausplatz für Verkaufs- und sonstige kommerzielle Zwecke zu nutzen. Miete werde dafür keine verlangt. Ein entsprechendes Reglement besteht laut Suter keines: «Wir beurteilen das von Fall zu Fall», sagt der Fricker Gemeindeammann. (hcw)

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