Im Januar stiegen die Temperaturen in der Region nur selten über die Nullgradgrenze. Unter dieser Eiseskälte leiden auch Greifvögel, denn die gefrorenen Böden erschweren Milanen oder Mäusebussarden die Nahrungssuche.

Der Rothrister Robert Woodtli hilft den Tieren dabei, ihre Hungerzeit zu überstehen. «Sobald es Schnee hat, kommen sie nachschauen und pfeifen sogar», sagt er gegenüber «Tele M1».

Der Verkäufer und Hobbypilot blickt bereits auf eine jahrelange Erfahrung im Füttern der Greifvögel zurück - bis ein Dutzend Milane und Mäusebussarde kommen jeden Tag vorbei, um sich die Bäuche vollzuschlagen.

Für die stolzen Tiere ist Woodtli nur das Beste gut genug: So verfüttert er ihnen Pouletschenkel oder Wirtschaftsgeflügel mit ganzen Teilen. «Dann kann der Vogel genau so viel herausreissen, wie er braucht.» Dies sei artgerecht, weil der Vogel solche Häppchen zu sich nehme, die er auch schlucken könne. Ausserdem gefriere das Fleisch am Stück nicht so schnell.

Selektion im Winter

Laut Experten macht es sogar Sinn, wenn Privatpersonen Greifvögel bei diesen niedrigen Temperaturen füttern. In einem Merkblatt für die Vogelschutzpraxis schreibt der Schweizer Vogelschutz BirdLife, dass die überwinternden Greifvögel zwar gut an die hiesigen winterlichen Verhältnisse angepasst seien, sie jedoch in strengen Wintern mit anhaltend gechlossener Schneedecke oder wochenlang gefrorenen Boden in Not geraten. So sind Mäuse - ihre bevorzugte Nahrung - in diesen Fällen nicht mehr ausreichend verfügbar.

Hingegen nennt Daniel Peier, Ornithologe aus Oensingen, auch Schattenseiten: «Die Kälte hat eine reinigende Wirkung auf die Population der Greifvögel.» So würden die schwachen Tiere zuerst sterben und das sei im Grunde genommen auch gut so. Deshalb empfiehlt er, mit dem Füttern aufzuhören, sobald auch der Schnee geschmolzen ist. Dann habe es auch wieder genug Mäuse, denn diese würden sich unter der Schneedecke vermehren. (sam)