Wahlkampf

IS-Symbolik und blutiges Messer: Glarner setzt auf Provokation

Andreas Glarner provoziert mit blutigen Wahlplakaten – das sagen Parlamentarier in Bern dazu.

Andreas Glarner provoziert mit blutigen Wahlplakaten – das sagen Parlamentarier in Bern dazu.

«Kopf hoch, statt Kopf ab» und «...sie sind unter uns» – das steht auf den Plakaten des SVP-Hardliners. Es ist nicht das erste Mal, dass Andreas Glarner mit provokanten Sprüchen auffällt.

In den nächsten Tagen will Andreas Glarner, SVP-Fraktionschef und Nationalratskandidat, gemäss Tele M1 seine Plakatkampagne starten. Auf die Sujets angesprochen – ein blutiges Messer mit IS-Symbolen daneben – sagt Glarner dem Fernsehsender: «Ich glaube, wenn täglich Leute auf diese Art umgebracht werden, kann man nicht weit genug gehen.» Er wolle die Wählerschaft wachrütteln und vor der Gefahr warnen, «die auch zu uns kommen kann».

Kritik für die Plakate erntet Glarner von SP-Nationalrätin Yvonne Feri: «Das ist menschenverachtend», sagt sie. GLP-Nationalrat Beat Flach sagt, die Sujets seien typisch für den Verfasser: «Ein solches Plakat ist absolut kontraproduktiv.»

Der Verband Aargauer Muslime hält den Stil der Kampagne für problematisch, weil die Plakate die Angst der Menschen schüren würden. Allerdings ist der Verband derselben Meinung wie Glarner, wenn es um IS-Terroristen geht. Diese hätten nichts zu suchen in der Schweiz und müssten mit allen politischen Mitteln bekämpft werden.

Glarner setzt nicht zum ersten Mal auf Provokation im Wahlkampf: Schon früher lancierte der SVP-Kandidat umstrittene Kampagnen. 2007 zeigten seine Plakate ein Minarett und eine Frau mit Schleier, dazu die Slogans «Baden oder Bagdad» und «Aarau oder Ankara.» Bei den Grossratswahlen 2007 warb die SVP im Bezirk Bremgarten mit «Maria statt Scharia» um Wählerstimmen.

Immer wieder gab es Anzeigen und Klagen, unter anderem wurden Andreas Glarner auch Verstösse gegen die Rassismus-Strafnorm vorgeworfen. Verurteilt wurde der SVP-Politiker aber nie.

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