Bahnhofs-Krawalle
Internetpranger der Polizei: Sogar Wermuth kann diesmal damit leben

Die Aargauer Kantonspolizei will Video-Bilder der Massenschlägerei am Aarauer Bahnhof ins Internet stellen, um Hinweise für die Identifizierung von Personen zu erhalten. Das findet diesmal sogar SP-Nationalrat Cédric Wermuth gut. Wieso?

Merken
Drucken
Teilen
Cédric Wermuth kann damit leben, dass die Polizei die Krawall-Brüder per Internetpranger suchen will.

Cédric Wermuth kann damit leben, dass die Polizei die Krawall-Brüder per Internetpranger suchen will.

az und zvg

Im November gab es am Bahnhof Aarau eine Massenschlägerei zwischen Fans der Fussballclubs Aarau und Zürich. Inzwischen hat die Polizei mehrere Personen identifiziert. Sie ruft weitere auf sich zu stellen - sonst würden Video-Bilder veröffentlicht ab Mitte Februar. Zuerst verpixelt, dann später unverpixelt.

Doch der Internetpranger kommt nicht überall gut an: SP-Nationalrat Cédric Wermuth sagt, dass die Polizei ein solches Mittel nur "im äussersten Notfall" einsetzen solle, weil es immer wieder zu Falschverdächtigungen gekommen sei. Doch in diesem Fall kann er damit leben, weil Leute an Leib und Leben gefährdet gewesen seien. Doch der Internetpranger soll in seinen Augen ein Einzelfall bleiben.

Ein klarer Befürworter des Internetprangers ist SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner. Auch eine Verwechslungsgefahr besteht in seinen Augen kaum. "Die Polizei ist nicht dumm und verwechselt niemanden, wenn ein Verdächtiger verhört wird." Das sei eine ganz dumme Unterstellung. In seinen Augen wird der Sport diskriminiert von den Hooligans. "Das ist Lumpengesindel!", nimmt er kein Blatt vors Mund. Er wolle fairen Sport. (fam)