Gewerbeverband

Internet ersetzt Berufsschau nicht: Persönliches Gespräch steht über der Recherche im Netz

AGV-Präsident Kurt Schmid (rechts) überreicht Landammann Urs Hofmann ein süsses Dankeschön für seine Rede.

Landammann Urs Hofmann spricht zum 125-Jahr-Jubiläum des Aargauischen Gewerbeverbandes. Er lobt die Berufs- und Gewerbeschauen.

Der Aargauische Gewerbeverband (AGV) feierte gestern Abend im Grossratsgebäude in Aarau stilvoll mit musikalischer Begleitung durch die Camerata Aksademica sein 125-Jahr-Jubiläum. Dies im Beisein von Ehrenpräsident Samuel Wehrli (er bekam einen besonders grossen Applaus), von Landammann Urs Hofmann, den Nationalräten Thomas Burgherr (SVP), Thierry Burkart (FDP), Sylvia Flückiger (SVP), Ruth Humbel (CVP) und Hansjörg Knecht (SVP), Gewerkschaftsbund-Sekretär Renato Mazzocco sowie zahlreicher Grossräte und Mitglieder.

In seiner Jubiläumsrede erinnerte AGV-Präsident Kurt Schmid daran, dass 1894 hier in Aarau Schuldirektor Ludwig Meyer-Zschokke und der Unternehmer Bernhard Isler aus Wohlen den Dachverband für alle aargauischen Gewerbebetriebe begründet haben. Schmid sprach die Hoffnung aus, dass das sonst im Grossratssaal tagende Kantonsparlament wirtschaftsfreundliche Entscheide trifft, damit das Gewerbe eine gute Zukunft haben kann. Schmids grosse Bitte: «Staat lass uns arbeiten.»

Drei Ehrenhämmer für besondere Verdienste

Schmid übergab drei Ehrenhämmer als höchste Auszeichnung des AGV: An Maja Fabbich, die kürzlich das langjährige Drogistenpräsidium abgegeben hat. An Peter Lüscher, der nach 14 Jahren als Geschäftsleiter der befreundeten Industrie- und Handelskammer in Pension geht. Und an Robert Seiler, der seit 40 Jahren die Papeterie Höchli in Baden leitet.

Nach der schlank über die Bühne gebrachten Versammlung mit einer Statutenrevision und der Wahl von SVP-Grossrat Daniel Urech in den Vorstand hatte Landammann und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann als Festredner das Wort.

Wie immer in Phasen des Umbruchs und der Erneuerung seien sowohl visionäre und innovative Köpfe von zentraler Bedeutung als auch gut ausgebildete Berufsleute, sag Hofmann mit heiserer Stimme. Seit der Gründung des AGV sei mit dem Aufbau eines starken und für die jungen Menschen attraktiven dualen Bildungssystems «ein idealer Weg gefunden» worden, lobte er.

Dieses System lasse jungen Menschen verschiedene Wege offen, sei durchlässig und flexibel. Das verdanke man «nicht zuletzt dem stetigen Einsatz der Gewerbetreibenden und deren politischen Organisationen – wie dem AGV».

Persönliche Kontakte knüpfen und Vertrauen aufbauen

Schliesslich brach Hofmann eine Lanze für Berufs- und Gewerbeschauen. Gewiss finde man alle Informationen im Internet, aber: «An Berufsschauen können junge Menschen im persönlichen Gespräch mehr über die einzelnen Berufe erfahren.» Im realen Kontakt könne physisch erlebbar und im Dialog gezeigt werden, was es heisst, diesen oder jenen Beruf auszuüben.

Hier könne man persönliche Kontakte knüpfen, Vertrauen aufbauen. Deshalb sei er überzeugt, dass auch die Gewerbeausstellungen kein Auslaufmodell sind. Und er sei sicher, so Hofmann unter Applaus, dass in 125 Jahren die Ur-Ur-Ur-Grossenkelinnen und -Grossenkel des heutigen Gewerbes das 250 Jahr-Jubiläum feiern: «In einem anderen, aber immer noch lebenswerten Aargau.»

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