Immobilienbarometer

Interaktive Karte: Wo im Aargau das gleiche Haus nur halb so viel kostet und wo die Mieten am tiefsten sind

Im Aargau gibt es bei den Immobilienpreisen als auch bei den Mieten grosse Unterschiede.

Im Aargau gibt es bei den Immobilienpreisen als auch bei den Mieten grosse Unterschiede.

Die AKB präsentiert im Immobilienbarometer die aktuellen Zahlen rund ums Thema Wohnen. Warum mehr leere Wohnungen die Preise nicht automatisch senken und was die Coronakrise für Auswirkungen haben kann. Wir haben alle Zahlen aus den Gemeinden für Eigentümer und Mieter zusammengestellt.

In der gesamten Schweiz stehen in kaum einem Kanton so viele Wohnungen leer wie im Aargau – rund 2,6 Prozent. In der Hoffnung  auf attraktive Renditen fliesst seit Jahren viel Kapital in den Bau von Mietwohnungen. Je höher die Leerstände, desto eher sehen sich Vermieter gezwungen, die Preise zu senken.

Hervorragende Aussichten für Aargauer Mieter? Aus dem Immobilienbarometer der Aargauischen Kantonalbank geht hervor, dass dies nur bedingt zutrifft. Denn in den Zentren ist Bauland teuer oder schlicht nicht verfügbar, es wird vermehrt in ländlichen Gebieten gebaut. Je nach Standort kann also die Entwicklung der Mietpreise stark variieren.

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Grafik: Dominic Kobelt.Fullscreen-Modus

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Für die Studie wurden Preise aus Online-Inseraten für Mietwohnungen ermittelt. Ausgerechnet wurde der Preis einer typischen Wohnung, zehn Jahre alt, mit 115 m2 Wohnfläche und 4,5 Zimmern (Details siehe Box am Ende). Dafür zahlt man im Aargau, exklusive Nebenkosten, im Schnitt 1950 Franken, was 15 Prozent unter dem schweizerischen Schnitt liegt (2250 Franken).

Am günstigsten wohnt man in Dürrenäsch, wo man 1540 Franken pro Monat rechnen muss, für dieselbe Wohnung in Ennetbaden sind dagegen 2430 Franken fällig. Marktmieten über dem kantonalen Mittel zahlt man in den Regionen Baden, Wettingen, Rheinfelden, und im unteren Freiamt. Die Nähe zu Zürich und Basel treiben die Preise also besonders in die Höhe.

Insgesamt positiv ist die Entwicklung für Wohneigentümer. Der Traum von der eigenen Wohnung oder gar vom eigenen Haus bleibt begehrt – auch im Aargau. So stieg der Wert in den letzten 12 Monaten um 1,6 Prozent, schweizweit sogar um das Doppelte. Dafür verantwortlich sind nebst der Wirtschaft auch das Bevölkerungswachstum. 

Besonders positiv hat sich der Markt für Wohneigentümer in den Regionen Zofingen und Freiamt entwickelt. Sowohl Einfamilienhäuser als auch Stockwerkeigentum haben hier überdurchschnittlich an Wert zugelegt, nämlich um rund 2,4 Prozent. Moderater haben sich die Preise in den Regionen Aarau/Seetal sowie Rheinfelden/Fricktal entwickelt (+1.1 Prozent).

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Auch hier wurde für die Vergleichbarkeit mit einem Musterhaus gerechnet. Es ist zehn Jahre alt, hat 140m2 und 5,5 Zimmer. Mit 585'000 Franken kann man sich ein solches Objekt in Moosleerau kaufen, in Ennetbaden muss man für ein vergleichbares Haus mehr als das Doppelte bezahlen, nämlich 1,295 Mio. Franken.

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Über die vergangenen gut 20 Jahre weist die Region Baden/Wettingen die eindrücklichste Wachstumskurve auf. Seit 1998 hat der Wert von Wohneigentum nominal um mehr als 70 Prozent zugenommen.

Bleibt das Wohneigentum weiterhin begehrt, oder werden sich die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus negativ auf die Nachfrage auswirken? «Generell dürfte die Coronakrise eher mittel- bis langfristig Spuren hinterlassen, etwa bei einer länger anhaltenden Rezession und Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt», heisst es dazu im Bericht. Im Unterschied zu gewerblich genutzten Immobilien sind Wohnliegenschaften aber nicht von behördlichen Massnahmen betroffen. «Wohnen ist ein Grundbedürfnis un ausstehende Mieten werden  in der Regel nur im äussersten Fall nicht beglichen.»

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