Preise

Interaktive Karte: Wo das Benzin in Coronazeiten im Aargau speziell günstig ist

Kann man Corona etwas Gutes abgewinnen? Darf man sich freuen, dass das Öl und damit das Benzin so günstig sind wie schon lange nicht mehr? Die AZ hat gestern getestet, wie es an der Benzinpreisfront steht.

Ein einzigartiger Mix aus Coronafolgen und einem Preiskrieg unter Ölproduzenten-Ländern hat in den letzten Wochen einen Absturz des Ölpreises verursacht. Seit Anfang Jahr ist der Preis um mehr als die Hälfte gesunken (siehe Kontext unten). Und wenig deutet laut Experten darauf hin, dass der Ölpreis bereits Boden gefunden hat. Anfang Woche kostete das Fass der Nordsee-Sorte Brent weniger als 23 Dollar. Diese Entwicklung freut all diejenigen, die Besitzer oder Mieter von Liegenschaften sind, die mit Öl geheizt werden. Ihre Kosten werden kurz- oder mittelfristig massiv sinken.

Es freut aber auch alle, deren Fahrzeuge mit Benzin betrieben werden – auch wenn die eigentlichen Energiekosten weniger als die Hälfte des Treibstoffpreises ausmachen. Die Automobilisten haben zudem den Vorteil, dass der Benzinpreis relativ schnell auf Schwankungen beim Rohöl reagiert und dass ein Preisvergleich relativ einfach möglich ist. Die Qualitätsdifferenzen sind minim und die Preistransparenz ist hoch.

Schnäppchenjäger sparen pro Tankfüllung eine Zehnernote

Vor acht Monaten hat die AZ letztmals im Aargau einen grossen Preisvergleich gemacht. Gestern hat sie ihn wiederholt, wieder bei über 100 Tankstellen. Im letzten Juli kostete der günstigste Liter Bleifrei 95 in Oberkulm (Faes) 1.48 Franken und der teuerste in Würenlos (A1-Raststätte) 1.71 Franken. Gestern lag die Preisspanne zwischen 1.25 Franken (Dorfgarage Willi, Leibstadt) und 1.49 Franken (Würenlos, A1-Raststätte). Das Benzin ist also an der Zapfsäule rund 15 Prozent günstiger geworden. Und: Wer am Testtag am billigsten Ort seinen Tank (50 Liter) gefüllt hat, sparte gegenüber dem «Fressbalken» 12 Franken – also mehr als eine Zehnernote.

Hat die Coronakrise zu Verschiebungen innerhalb der Benzinpreis-­Paradiese und -Höllen geführt? Ja, aber nicht sehr stark. Der günstigste vom letzten Sommer (Faes, Oberkulm) ist immer noch vergleichsweise billig, aber weder kantonsweit noch im Wynental mit seinen 1.29 Franken Spitze. Im Tal sind die Ruedi-Rüssel-Zapfstellen in Zetzwil und Reinach neu die Preisbrecher (je 1.27 Fr.).

Hotspots: Wynental, Holderbank, Siggenthal, Döttingen, Wohlen

Seit längerer Zeit ein Ziel von Schnäppchen-Jägern ist die Kantonsstrasse zwischen Holderbank und Schinznach-Bad (aktuell von 1.28 Franken an aufwärts). Lohnend sind auch die Bremgarterstrasse in Wohlen (ab 1.28 Fr.) und der Raum Nussbaumen (ab 1.29 Fr.). Grundsätzlich ist es so, dass ein Preisbrecher das Preisniveau in einer ganzen Region nach unten drückt. Es gibt aber auch einzelne Kämpfer, die sich nur bedingt auf andere Tankstellen auswirken: so etwa Riggenbach Hirschthal (gestern 1.29 Fr.) oder Voser an der Neuenhofer Industriestrasse (1.29 Fr.).

Wegen geschlossener Grenzen bringt das den Deutschen derzeit nicht viel, aber die grenznahen Ortschaften Leibstadt, Laufenburg oder Döttingen bieten mit zwischen 1.25 und 1.29 Fr. weiterhin günstiges Benzin.

Tankstellen bei Einkaufszentren sind heutzutage teuer

Wer als Automobilist mit wenig Geld weit kommen will, macht einen grossen Bogen um die Zapfsäulen an der A1: Am billigsten war gestern noch Kölliken-Nord (1.445 Fr.). Auf der anderen Autobahnseite kostete der Most bei Avia 1.48 Franken – nur ein Rappen weniger als bei Shell in Würenlos. Das Zürich-nahe Limmattal ist grundsätzlich teurer als die meisten anderen Gebiete im Aargau: So verlangte Ruedi Rüssel beim Shoppi 1.42 Franken – was insofern bemerkenswert ist, als für Shoppingcenters tiefe Most-Preise früher Frequenzbringer waren.

Und Vorsicht: Einmal Benzin-Paradies ist nicht immer Benzin-Paradies. So war Suhr dank dem damaligen Pneuhändler Hüppi jahrelang landesweit für seinen billigen Treibstoff bekannt. Jetzt ist die Pneu-Tankstelle mit 1.35 Franken zwar noch der Platzhirsch, aber kantonsweit nur noch Durchschnitt. Bemerkenswert ist auch, dass die Migros im Wynecenter Buchs 1.41 pro Liter verrechnet – aber immerhin gibt es da noch Cumulus-Punkte.

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