Gastro-Bibel
Interaktive Karte und Liste: Diese Aargauer Restaurants stehen im neuen Gault Millau

20 Betriebe aus dem Aargau werden in der neusten Ausgabe des Gastroführers bewertet. Vier sind neu dazu gekommen, zwei stehen schlechter da als letztes Jahr. Spitzenreiter bleibt das «Usagiyama» in Widen.

Eva Berger
Drucken
Teilen
Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)
27 Bilder
So sieht das «Hasenberg» von aussen aus. (Archivbild)
Rosmarin, Lenzburg «Philipp Audolensky hat mit seiner Liebe zum Detail und mit seinen lustvollen Gerichten begeistert», schreibt der Gault Millau. Sein Restaurant Rosmarin (im Hintergrund) hat 15 Punkte.
Schlossgarten, Schöftland Der Schlossgarten gehört weit über die Dorfgrenzen hinweg zu den bevorzugten Adressen. Auch der Schlossgarten kann 15 Gault-Millau-Punkte vorweisen.
Wirtshaus zur Heimat, Ehrendingen Tim Munz und seine Partnerin Melina Rychener haben das Wirtshaus im Frühling 2016 übernommen. Munz hat als Küchenchef 2018 um einen Punkt zugelegt und ist neu bei 14 Punkten.
Tim Munz vom Wirthaus zur Heimat hat 14 Punkte "Heimat"-Wirt Tim Munz und sein Team: "Jeder Gast wird bei uns so behandelt, wie ein potenzieller Gault-Millau-Tester."
Restaurant Fahr, Künten-Sulz Die jungen Wirte Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier sind mit 14 Punkten ausgezeichnet worden – erstmals.
Alexandra von Allmen und Manuel Steigmeier in der Gaststube.
Pfändler's Gasthof zum Bären, Birmenstorf Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Bären, Mägenwil Die Wirte haben 2018 von Gault Millau 14 Punkte erhalten - wie im Vorjahr.
Silvio's Ampère, Rupperswil Das Ampère erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Bänziger, Seon Das Restaurant erhielt wie auch schon im Vorjahr 14 Punkte.
 Martin Bänziger führt das Gourmet-Restaurant.
Zum Hirschen, Villigen Der Gastro-Kritiker verlieht dem Restaurant in Villigen 14 Punkte.
Nadja Schuler und Stephane Wirth haben den Landgasthof zum Hirschen in Villigen im Februar 2013 übernommen.
Landgasthof Ochsen, Wölflinswil Auch er erhielt wie im Vorjahr 14 Punkte.
Kettenbrücke, Aarau Ende März 2016 öffnete das Aarauer Vierstern-Stadthotel Kettenbrücke seine Tore im neuen Glanz. Nun hat es 13 Punkte erhalten und gehört neu zu den Aargauer Gault-Millau-Restaurants.
Die Küche unter der Leitung von Jörg Krölls überzeugte die Tester mit Wiener-Schnitzel und Kartoffel-Gurken-Salat.
Barracuda, Lenzburg Die Brasserie wurde im Juni 2017 eröffnet. Auch sie befindet sich neu im Gault Millau – mit 13 Punkten.
Hotel Bären, Bärenstübli, Suhr Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Das Ziel von Chefkoch Stephan Pletschacher ist es, den 14. Punkt zurückzuerobern.
Mürset, Aarau Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Pinte, Dättwil Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Punkte von Gault Millau.
Patrick Troxler, Küchenchef und Inhaber der Restaurant Pinte Dättwil AG, vor der Dättwiler Traditionsbeiz.
Zur Mühle, Oberentfelden Das Restaurant erhielt wie im Vorjahr 13 Zähler.
Beluga, Aarau Küchenchef Robin Dürlewanger. Das Restaurant erhielt 13-Gault-Millau-Punkte, einen weniger als im Vorjahr.
Seerose, Cocon, Meisterschwanden Das Restaurant erhielt 12 Punkte von Gault Millau, einen weniger als im Vorjahr.

Hotel Hasenberg, Usagiyama, Widen Das Restaurant Hasenberg in Widen führt die Aargauer Rangliste mit 16 Punkten an. Auf dem Bild Shingo Ozawa (Sous-Chef), Akihiko Suzuki (Grand Chef) und Geschaftsführerin Yoshiko Kurahayashi. (Archivbild)

Emanuel Freudiger

Seit Montag wissen die Schweizerinnen und Schweizer wieder, wo es landauf, landab besonders mundet — der «Gault-Millau», Ausgabe 2019, ist erschienen. Der Gastroführer listet die 850 besten Restaurants der Schweiz auf. Unter ihnen figurieren 20 Lokale aus dem Kanton Aargau.

Das sind drei mehr als noch vor einem Jahr. Dies, obwohl das Restaurant Essen’z in Brugg nicht mehr auf der Liste erscheint. Das Wirtepaar hatte sich im März vorläufig aus der Gastronomie verabschiedet.

Dafür sind vier Aargauer Betriebe neu dazu gekommen. Auf Anhieb auf 14 Punkte gebracht haben es Alexandra von Allmen und Manuel Stegmeier mit dem Restaurant Fahr in Künten-Sulz. «Die Gerichte sind kreativ, gekonnt gemacht und manchmal herausfordernd, verprellen aber die Gäste aus dem Dorf trotzdem nicht», schreibt der «Gault-Millau».

Die Jungunternehmer von Allmen und Stegmeier haben das Restaurant im Juli 2017 übernommen, bereits im Juni dieses Jahres stand die Bewertung des Gastroführers fest. Die weiteren Neueinsteiger im Aargau sind die «Kettenbrücke» in Aarau, das «Barra-cuda» in Lenzburg und das «Federal» in Zofingen mit je dreizehn Punkten.

Ganz an der Spitze der Rangliste behauptet sich, zum wiederholten Mal, das Restaurant Usagiyama im Hotel Hasenberg in Widen mit unverändert 16 Punkten, gefolgt vom «Rosmarin» in Lenzburg und dem Schlossgarten in Schöftland (je 15).

Der «Gault-Millau» Koch des Jahres 2019

Heiko Nieder vom Dolder Grand in Zürich wurde vom Restaurantkritiker «Gault-Millau» zum Koch des Jahres 2019 gewählt. Er ist erst der siebte Schweizer, der 19 Punkte erreicht. Nieder ist Nachfolger von Franck Giovannini vom Restaurant Seven Lugano.

Nur zwei Absteiger

Bruno Lustenberger, der Präsident von Gastro Aargau, ist mit den Bewertungen im gestern erschienenen «Gault-Millau» zufrieden. «Es freut mich absolut, dass wir noch besser vertreten sind als im letzten Jahr», sagt er. Für das Renommee des Kantons und die hiesige Gastronomie sei es gut, solche Spitzenbetriebe aufweisen zu können.

Dennoch habe ein Eintrag im «Gault-Millau» für die ausgezeichneten Betriebe nicht nur Vorteile. «So lange ein Restaurant Punkte hat, ist das für sein Image natürlich gut.Verliert der Betrieb diese aber wieder, ist es umso schlimmer», sagt Lustenberger. Negative Presse und der Verlust von Ansehen könnten den betroffenen Wirten und Köchen stark zusetzen. Sich auf einem von Gastroführern vorgegebenen Niveau halten zu müssen, setze sie häufig stark unter Druck.

Viel verloren haben die Aargauer «Gault-Millau»-Restaurants in diesem aber Jahr nicht. Das «Beluga» in Aarau hat nur noch 13 statt 14 Punkte. Das Restaurant Cocon im Resort Seerose in Meisterschwanden hat ebenfalls einen Punkt eingebüsst und rangiert mit zwölf von möglichen 20 Punkten nur noch in der Kategorie «Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen». Noch lauer als der Sommerabend beim Test sei die Leistung des «Cocon» gewesen, begründet die «Gault-Millau»-Redaktion den Punkteabzug.

Schwieriges Umfeld

Für Bruno Lustenberger ist es letztlich aber nicht entscheidend, was im Gastroführer steht. Der Erfolg eines Restaurants lasse sich nicht mit Punkten messen, sondern daran, ob die Gäste das Angebot wahrnehmen und ob der Umsatz stimmt. «Viele einfachere Beizen sind seit Jahren erfolgreich», sagt der Gastro-Präsident.

Das Gastgewerbe bewege sich aber in einem immer schwieriger werdenden Umfeld. Verändertes Konsumverhalten und neue Freizeitgestaltungen wirkten sich auf die Umsätze aus, erklärt Lustenberger. «Es ist nicht mehr so üblich, am Feierabend in der Stammbeiz zu sitzen», sagt er. Das Rauchverbot und die tiefere Promillegrenze für Autofahrer möchte er dafür aber nicht verantwortlich machen, «damit kommt man in anderen Ländern auch klar».

Die Leute würden aber vermehrt zu Hause essen oder sich nur schnell zwischendurch verpflegen, als im Restaurant essen zu gehen. Das beobachte man vermehrt, die Gastronomie müsse sich entsprechend anpassen, hält Lustenberger fest. Zwar gebe es nicht weniger Betriebe als früher, die Wechsel seien aber viel häufiger. «Wir haben rund 1200 Betriebe im Aargau und so viele wird es weiterhin geben», ist Bruno Lustenberger sicher.

Aktuelle Nachrichten