Historisch

Interaktive Karte: So viele Ausländer lebten 1850 im Aargau – eine Gemeinde sticht heraus

Der Kanton Aargau ist bevölkerungsmässig durchmischt. In der Vergangenheit sah dies teilweise anders aus.

Der Kanton Aargau ist bevölkerungsmässig durchmischt. In der Vergangenheit sah dies teilweise anders aus.

In den aktuellen Erhebungen hat seit einigen Jahren meist Spreitenbach den höchsten Ausländeranteil, momentan knapp über 50%. Im Jahr 1850 wohnten in der Gemeinde gerade mal zwei Ausländer. Dafür sticht eine andere Gemeinde ins Auge.

In der ersten Volkszählung von 1850 wurden in der Schweiz gerade mal 3,0% Ausländerinnen und Ausländer gezählt. Zehn Jahre später waren es 4,6%.

Auf der Aargau-Karte von 1850 sind noch etliche Gemeinden weiss. Will heissen: Bei der Bevölkerungszählung war kein einziger Ausländer an diesem Ort wohnhaft. Etwas blauer färben sich die Gemeinden entlang der Grenze zu Deutschland. So waren in Stein, Mumpf, Laufenburg und Zurzach zwischen 5,5 und 7,1 Prozent Ausländer sesshaft.

Rheinfelden hatte bei dieser Erhebung gar einen ähnlich hohen Ausländeranteil wie heute: Mit 21,2 Prozent sticht die Gemeinde in der sonst blassen Karte regelrecht ins Auge. Von 1910 Einwohnern waren "nur" 1505 Schweizer. 

Als Grund für den hohen Ausländeranteil in Rheinfelden kommen verschiedene Faktoren infrage. Zum einen die Bierfabrik: 1799 wurde die Brauerei Salmen gegründet, geschlossen wurde sie 2002 (die Brauerei Feldschlösschen wurde erst 1876 gegründet).

Aber auch sonst lockte die florierende Wirtschaft ausländische Arbeitskräfte an: Ab 1844 förderte die Saline Rheinfelden (1942 stillgelegt) und seit 1848 die Saline Riburg Salzsole zur Weiterverarbeitung. Seit 1846 wird Sole zu Heilzwecken genutzt, und Rheinfelden entwickelte sich zum Solbadkurort. 

1950: Konzentration auf die Städte

Bei der Volkszählung hundert Jahre später gab es nur noch wenige Aargauer Gemeinden, in der gar keine Ausländer lebten. Es waren dies Habsburg, Elfingen, Wislikofen und Böbikon. In Rheinfelden sank der Ausländeranteil auf etwas mehr als 8 Prozent. Die höchsten Ausländeranteile verzeichnen Schinznach Bad und Baden mit gut 11 Prozent.

Auch die Karte von 2015 zeigt wenig überraschend einen höheren Ausländeranteil für die Regionen in Grenznähe und die Städte. 

Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2018 (allerdings ist bei dieser Karte die Skala anders gewählt). Den kantonsweit höchsten Ausländeranteil hat Spreitenbach mit 50,30 Prozent, gefolgt von Neuenhof (48,73 Prozent) und Birr (44,04 Prozent). Wiliberg hat einen Ausländeranteil von 3,01 Prozent und somit 47,29 Prozentpunkte weniger Ausländer als Spreitenbach.

Fullscreen-Modus

Daten: Einwohnerregister AG, Grafik: Dominic Kobelt

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