Asylsuchende
Integrationsprogramm der ksb soll durch Petition gerettet werden

Asylsuchende mit N-Status dürfen das Integrationsprogramm der kantonalen Schule für Berufsbildung nicht mehr besuchen. Am Dienstag reichten drei Organisationen eine Petition ein, die den Regierungsrat auffordert, den Entscheid rückgängig zu machen.

Aline Wüst
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Eine Delegation der Hilfswerke Heks, Caritas Aargau und Netzwerk Asyl übergibt zusammen mit betroffenen Asylsuchenden die Petition an den stellvertretenden Staatsschreiber Urs Meier. Annika Bütschi

Eine Delegation der Hilfswerke Heks, Caritas Aargau und Netzwerk Asyl übergibt zusammen mit betroffenen Asylsuchenden die Petition an den stellvertretenden Staatsschreiber Urs Meier. Annika Bütschi

Annika Buetschi

Ab dem neuen Schuljahr dürfen Asylsuchende mit Status N – also solche, über deren Asylgesuch noch nicht entschieden wurde – das Integrationsprogramm an der kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) nicht mehr besuchen.

Dagegen wehrte sich der Verein Netzwerk Asyl von Anfang an. Gestern hat der Verein zusammen mit Caritas Aargau und dem Hilfswerk Heks eine Petition eingereicht. 1031 Menschen haben unterschrieben und fordern damit den Regierungsrat auf, diese «unsinnige Sparübung" wieder rückgängig zu machen.

Das Integrationsprogramm der ksb soll junge Menschen auf den Eintritt ins Berufsleben vorbereiten. Es wird hauptsächlich von Jugendlichen besucht, die nach der Volksschule in die Schweiz kommen.

Von 200 Schülern sind 30 solche mit N-Status. Das Departement Bildung, Kultur und Sport will keine Schüler mit N-Status mehr zulassen, weil die Nachfrage am Programm gewachsen ist und damit auch die Kosten gestiegen sind.

Ausserdem bestehe keine rechtliche Grundlage. «Verboten ist es aber nicht», kontert Patrizia Bertschi, Präsidentin des Vereins Netzwerk Asyl.

Mit einem Beispiel illustriert Bertschi, weshalb ihr Anliegen wichtig ist: Diesen Sommer schliesse ein Afghane die Lehre als Landwirt ab. Das Integrationsprogramm habe er mit N-Status begonnen, mittlerweile ist er ein anerkannter Flüchtling.

«Hätte er zuerst zwei Jahre auf den Entscheid warten müssen, wäre sein Glaube in sich selber längst zerbrochen gewesen», davon ist Bertschi überzeugt.

Netzwerk Asyl, Caritas Aargau und Heks kritisieren ausserdem, dass die Spielregeln während eines laufenden Spiels geändert wurden. Da den 30 Jugendlichen, die sich bereits angemeldet haben, versprochen wurde, dass sie das Programm besuchen dürfen.

Vonseiten des Bildungsdepartements heisst es, dass das Integrationsprogramm nicht in jedem Fall die angebrachteste Lösung sei.

Man kläre deshalb zusammen mit dem Migrationsamt ab, ob Personen mit N-Status in die bestehenden Programme des kantonalen Sozialdienstes integriert werden könnten, ob weiter Massnahmen bestünden und wie diese finanziert werden könnten. «Zurzeit laufe dieser Prozess noch.»