Kantonalbank

Inserat zeigt: Die AKB sucht eigentlich einen neuen Bankratspräsidenten

Die AKB sucht einen Nachfolger für Dieter Egloff als Bankratspräsident. Das zeigt ein Inserat in dieser Zeitung.

Die AKB sucht einen Nachfolger für Dieter Egloff als Bankratspräsident. Das zeigt ein Inserat in dieser Zeitung.

Dieter Egloff wird 2022 als Präsident des Bankrats der Aargauischen Kantonalbank abtreten. Schon jetzt wird ein Bankrat gesucht, der ihn dann beerben könnte.

Die grossrätliche Wirtschaftskommission hat mit ihrer Forderung nach der Aufhebung der Staatsgarantie für die Aargauische Kantonalbank (AKB) hohe Wellen geworfen. Just in diesen turbulenten Tagen veröffentlicht die AKB nun ein Stelleninserat in der Aargauer Zeitung, in dem sie ein neues Mitglied für den Bankrat sucht. Nicht irgendeines, sondern eines, das interessiert und geeignet ist, in drei Jahren das Präsidium zu übernehmen. Was steckt dahinter?

Dass die Veröffentlichung des Inserates in politisch hektische Tage fällt, ist zufällig – der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht. Es geht in erster Linie darum, den im Sommer 2019 aus dem Bankrat ausgeschiedenen Peter Suter zu ersetzen und das Gremium wieder mit neun Personen zu besetzen.

Das Inserat der AKB in dieser Zeitung

Das Inserat der AKB in dieser Zeitung

Suter hat sein Amt niedergelegt, weil er zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Kantonsspital Aarau AG gewählt wurde. Ziel ist es, dass sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin am 1. Januar 2021 das Amt antreten kann. So hätte er oder sie zwei Jahre Zeit, um sich einzuarbeiten und sich auf die Aufgabe als Präsident oder Präsidentin vorzubereiten.

Warum kandidiert keiner der bestehenden Bankräte?

Denn der amtierende Bankratspräsident Dieter Egloff tritt Ende 2022 ab. Auch das hat keinen politischen Hintergrund. Egloff sagt: «Ein Bankrat darf nicht mehr als vier Amtsperioden im Amt sein und weil die Amtsdauer mit der Wahl zum Präsidenten nicht neu zu laufen beginnt, ist für mich in drei Jahren Schluss.»

Der Rechtsanwalt und Steuerexperte wurde 2005 in den Bankrat gewählt, im Oktober 2012 wurde er Präsident. Nach insgesamt 17 Jahren wird er mit 56 Jahren abtreten, so sehen es die Corporate-Governance-Vorschriften der AKB vor.

Egloff muss gehen. Warum übernimmt nicht ein bestehendes Mitglied von ihm? «Derzeit hat kein Mitglied den Wunsch geäussert, das Amt zu übernehmen, obwohl wir Persönlichkeiten im Bankrat haben, die das Anforderungsprofil sehr gut erfüllen würden», so Egloff.

Das dürfte verschiedene Gründe haben. Persönliche, aber auch politische. Zum Beispiel bei Vizepräsident Thomas Eichler, der schon aufgrund seiner jetzigen Position und des beruflichen Hintergrunds in der Bankbranche prädestiniert wäre. Aber Eichler ist St. Galler. Politisch ist wohl kaum vorstellbar, dass ein Ausserkantonaler zum Präsidenten oder zur Präsidentin gewählt würde. Denn der Bankrat wird vom Grossen Rat gewählt.

Wie politisch das Verfahren ist, belegt eine Aussage Egloffs: «Es muss jedem Interessenten und jeder Interessentin bewusst sein, dass ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren keine Garantie ist für eine Wahl in den Bankrat und schon gar nicht ins Präsidium.»

Denn gewählt wird der neue Mann oder die neue Frau letztlich vom Grossen Rat. Politische Ränkespiele sind keine Seltenheit. So wurde 2013 beispielsweise CVP-Nationalrätin Ruth Humbel abgewählt. Ersetzt wurde sie durch SP-Mann Beni Strub, der als einziger Kandidat nicht vom Regierungsrat vorgeschlagen worden war.

Ein weiterer Bankrat tritt mit Egloff Ende 2022 ab

Obwohl derzeit mit Andréa Belliger bloss eine Frau im Bankrat Einsitz nimmt, wird beim ab heute laufenden Auswahlverfahren nicht um jeden Preis eine zweite Frau gesucht. Egloff sagt: «Es geht bei dieser wichtigen Ergänzungswahl nicht primär ums Geschlecht, sondern um die Fähigkeiten und Kompetenzen.»

Aber er sei sich bewusst, dass die Geschlechterzusammensetzung des Bankrats verbesserungswürdig ist. Er sagt: «Auf Ende der Amtsdauer wird es im Bankrat mindestens eine weitere Vakanz geben. Da wird es mit Sicherheit ein Ziel sein, aktiv und explizit Frauen zu suchen, die dafür in Frage kommen.»

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