Aargauer Unternehmenspreis
Innovative Firmen ausgezeichnet: Den Mutigen gehören die Preise

Zum 10. Mal haben Aargauische Kantonalbank und Aargauischer Gewerbeverband den Unternehmenspreis verliehen. Unter den Gewinnern finden sich ein Malerbetrieb, ein Büroartikel-Produzent und eine Tierklinik.

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10. Aargauer Unternehmerpreis
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Hans-Jörg Aerni und Christian Wipf von der Elco AG
Die Gewinner der drei Kategorien flankiert von Kurt Schmid (links, Präsident Aargauischer Gewerbeverband) und Rudolf Dellenbach (AKB-Direktionspräsident): (v.l.) Marcel Schmidli von der Sutermeister AG, Hans-Jörg Aerni und Christian Wipf von der Elco AG sowie Peter Beck und Andreas Moosmann von der Tierklinik Aarau West.
Rudolf Dellenbach, AKB-Direktionspräsident
Peter Beck und Andreas Moosmann von der Tierklinik Aarau West
AKB-Pressesprecherin Ursula Diebold und Kurt Schmid, Präsident Aargauischer Gewerbeverband
Aargauer Unternehmerpreis 2016

10. Aargauer Unternehmerpreis

Alex Spichale

Wachstum ist für die Wirtschaft zentral, aber gerade in Zeiten der Frankenstärke keine leichte Aufgabe. Wie man erfolgreich wächst, zeigen die Organisatoren des Aargauer Unternehmenspreises – Jahr für Jahr steigt die Zahl der Gäste.

Vor eindrücklicher Kulisse konnte auch die zehnte Verleihung der drei mit 10 000 Franken dotierten Hauptpreise über die Bühne gehen: mehr als 700 Gäste verfolgten den Anlass im Wettinger Tägerhard. «Besucherrekord», verkündete Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands, stolz.

Der Unternehmenspreis, der vom Aargauischen Gewerbeverband und der Aargauischen Kantonalbank (AKB) ins Leben gerufen worden ist, wird den besten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des Kantons verliehen. Inzwischen sei die Auszeichnung – zusammen mit dem Wirtschaftstag – zu einer Erfolgsstory, ja gar zu einem Selbstläufer geworden. Obwohl seit 2007 bereits 21 Firmen gekürt worden sind, mangelt es nicht an potenziellen Kandidaten. Schmid: «Das Reservoir an ausgezeichneten Unternehmen im Aargau ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.»

«Nicht jedem Trend nachrennen»

Noch lange nicht ausgeschöpft ist auch das Potenzial der neuen technologischen Möglichkeiten, wie Stephan Sigrist in seinem Referat aufzeigte. Der Leiter von W.I.R.E., dem Thinktank für Wirtschaft, Gesellschaft und Life Sciences, nahm das Publikum mit auf eine kurze Reise in die digitale Zukunft. Die Menschen dürften in vielen Punkten unterstützt – etwa durch Maschinen, die selbst merken, wenn sie repariert werden müssen –, aber auch überfordert werden, angesichts der Datenflut. Deshalb forderte Sigrist einen offenen, aber auch kritischen Blick. Längst nicht in allen Bereichen werde der Mensch durch Maschinen ersetzt werden können. Sein Rat an die Unternehmer: «Sie müssen nicht jedem Trend nachrennen.»

Die richtigen Trends aufgenommen haben offensichtlich jene neun Firmen, die von der Jury in den Final gewählt worden sind. Über die Finalisten sagte AKB-Direktionspräsident Rudolf Dellenbach: «Sie sind das beste Beispiel dafür, warum es immer heisst, KMU seien das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft.» Alle hätten Mut bewiesen – weil sie ein Risiko eingingen, weil sie die Komfortzone am Arbeitsplatz auf unbestimmte Zeit verliessen, weil sie etwas Neues ausprobierten. «Sie würden allein schon für diesen Mut einen Preis verdienen.» Leer ging denn auch keines der nominierten Unternehmen aus – Preisgeld und Champagner gab es auch für Zweit- und Drittplatzierte.

Neun Preise, eine Geburtstagstorte

Bei den Kleinstunternehmen bis 9 Mitarbeitende setzte sich der Zofinger Malereibetrieb Sutermeister AG durch, die auf eine über 120-jährige Firmengeschichte zurückblickt. Rang 2 sicherte sich die Coiffeur SchnittPunkt GmbH aus Möhlin, die sich unter anderem durch soziales Engagement und die Verwendung von tierversuchsfreien Produkten auszeichnet. Die drittplatzierte Kreisel-Garage in Schneisingen ist ein Familienunternehmen – Vater und Sohn holten den Preis gemeinsam ab.

Die Auszeichnung in der Kategorie der Industrie- und Produktionsunternehmen bis 250 Mitarbeitenden geht an die Elco AG aus Brugg, die für ihre Kuverts, Blöcke und Ordnungsmappen bekannt ist. Dahinter folgen die zweitplatzierte KAPAG Karton und Papier AG aus Muhen, die fast 70 Prozent der Produkte exportiert, und die Schreinerei Hauri AG Staffelbach, deren 50 Mitarbeiter letztes Jahr 50-Jahr-Jubiläum feiern konnten.

Gewinner der Dienstleistungs- und Handelsunternehmen bis 250 Mitarbeitende ist die Tierklinik Aarau West AG in Oberentfelden. Die modernste und grösste Kleintierklinik der Schweiz verdrängte dabei die SKK Landschaftsarchitekten AG auf den zweiten Platz. Das Wettinger Unternehmen plant seit fast 50 Jahren in Gärten, Siedlungen und an Verkehrswegen. Die aarReha Schinznach-Bad – eine der führenden Rehakliniken der Schweiz – landete auf dem dritten Rang.

Zum Schluss durften sich auch Rudolf Dellenbach und Kurt Schmid feiern lassen – anlässlich des Jubiläums wurde eine Geburtstagstorte auf die Bühne gerollt. Das Duo hatte die Idee zum Unternehmenspreis – vor zehn Jahren, entsprechend überschaubar war die Zahl der Kerzen, die es auszublasen galt.

Kleinstunternehmen: Sutermeister AG, Zofingen

In der Kategorie der Kleinstunternehmen geht der Preis an das Malergeschäft Sutermeister AG. Dabei handelt es sich um eines der ältesten Zofingens. 1894 von Hermann Sutermeister gegründet, wurde die Firma von drei Generationen der Familie Sutermeister geführt. Der heutige CEO, Marcel Schmidli, übernahm das Unternehmen 1992 und beschäftigt inzwischen zehn Mitarbeitende. Dazu kommen zwei Lehrlinge, die im Betrieb ausgebildet werden. Die Firma ist im Bereich der Baumalerei insbesondere auf Gebäudeanstriche unter Einbezug von denkmalpflegerischen Kriterien spezialisiert. Vergoldungen zählen zu den Spezialitäten des Malereigeschäfts. Die Fertigkeiten der Sutermeister AG lassen sich unter anderem an Geländern, Gewehren und Wappen am Alten Schützenhaus in Zofingen bewundern. Daneben betreibt das Unternehmen auch ein Spritzwerk – dort wurden etwa schon Türen und Rahmen für den Basler Roche-Tower gespritzt und beschichtet. (Mbü)

Industrie- und Produktionsunternehmen: Elco AG, Brugg

Couuverts, Schreibblöcke, Mäppli: Was in den Büros dieses Landes Tag für Tag benötigt wird, stellt die Elco AG her. Die Gewinner-Firma in der Kategorie Industrie- und Produktionsunternehmen verarbeitet pro Jahr 35 000 Tonnen Papier und stellt 1,5 Milliarden Produkte her. Das Familienunternehmen mit Sitz im Wildischachen in Brugg beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Geschichte der Firma, die seit 2011 den Namen Elco AG trägt, geht bis ins Jahr 1891 zurück. Die ersten Produkte, die damals hergestellt worden sind, waren Tüten und Papiersäcke. In den darauffolgenden Jahrzehnten kamen andere Artikel dazu – 1988 wurde etwa die bekannte Organisationsmappe Ordo eingeführt. Auf ihrer Website wagt die Firma einen «verbrieften Blick in die Zukunft», für das Jahr 2020 heisst es dort: «Vieles lässt sich digitalisieren und beamen. Aber wohl kaum das besondere Gefühl beim Öffnen eines handfesten Briefes.» (Mbü)

Dienstleistungs- und Handelsunternehmen: Tierklinik Aarau West AG, Oberentfelden

Kranke, vergiftete oder verletzte Tiere werden in der Tierklinik Aarau West behandelt. Das Unternehmen wurde im November 1990 gegründet und hat sich seither «zur modernsten und grössten Kleintierklinik der Schweiz entwickelt», wie die Jury schreibt. Neben der Behandlung der Notfälle werden in Oberentfelden umfassende tiermedizinische Dienstleistungen angeboten. Unter einem Dach finden sich Spezialisten auf den Gebieten Chirurgie, Orthopädie, innere Medizin, Haut-, Herz- und Augenkrankheiten, Verhaltensmedizin sowie das Zentrum für bildgebende Diagnostik und eine Kleintierphysiotherapie. In der Tierklinik werden ausserdem Fachtierärzte der Kleintiermedizin (FVH) sowie tiermedizinische Praxisassistentinnen (TPA) ausgebildet. Mit der Gründung der «Stiftung Pro Anicare» unterstützt die Tierklinik darüber hinaus die medizinische Versorgung von Tieren ohne Besitzer sowie die Förderung einer tiergerechten Umwelt. (Mbü)

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