Unwetter im Aargau
Innert 30 Minuten war das Unwetter da – noch ist nicht alles überstanden

Die Wetterlage am Donnerstag war perfekt für ein heftiges Unwetter. Sonne, Wind und feuchte Luft erschufen innert 30 Minuten enorme Gewitterzellen. Dass es gerade die Regionen Brugg, Fricktal und Bremgarten besonders stark traf, ist kein Zufall.

Sabina Galbiati
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Heftiger Regen auf der Holzbrücke Bremgarten.JPG

Heftiger Regen auf der Holzbrücke Bremgarten.JPG

Das Gröbste sei zwar vorbei, versichert Reto Vögeli, Meteorologe bei Meteonews. Doch auch am Freitag wird es im Aargau wieder zu Regengüssen kommen. «Die Unwettergefahr ist heute sehr gering, dennoch kann es lokal bis zu 20 Liter pro Quadratmeter regnen», sagt Vögeli. Wie am Donnerstag ist auch am Freitag die Niederschlagsmenge lokal sehr unterschiedlich.

Um die Keller müsse man sich aber keine Sorgen mehr machen. «Da muss es schon sehr dumm gehen, dass wir im Aargau nochmals überflutete Keller haben», sagt Vögeli.

Das Gewitter entwickelte sich unglaublich schnell

Die Wetterlage war am Donnerstag perfekt für ein Unwetter von diesem Ausmass. So erklärt es Wetterexperte Vögeli: Die Sonne ist jetzt schon so kräftig wie im Juli. Weil sie gestern den ganzen Tag schien, entstand die nötige Wärme, die für feuchte Luft sorgte. Zudem war es in den vergangenen Tagen allgemein sehr feucht.

Vor allem im östlichen Kantonsteil prallten zwei Windströmungen gegeneinander. Von Zürich her kam die Biese, von Solothurn der Nordwestwind. Sie trugen die warme, feuchte Luft nach oben. Hier konnte nun die Gewitterzelle entstehen.

«Auf dem Radar sahen wir noch nichts. 30 Minuten später war das Unwetter bereits in vollem Gang», sagt Vögeli. Das sei enorm schnell.

Das Gewitter blieb an Ort und Stelle

Vor allem die Regionen Brugg, Fricktal und Bremgarten litten unter den extremen Wassermengen. Die Aufräumarbeiten liefen am Freitag noch auf Hochtouren.

«Das kommt daher, dass in den höheren Luftschichten kaum Wind da war, der die Gewitterwolken hätte weiter treiben können», erklärt Vögeli. So regneten sich die Gewitterzellen an Ort und Stelle aus, statt weiter zuziehen und die Regenmengen zu verteilen.

Entwarnung für's Wochenende

Am Samstag wird es trocken bleiben. Sonntag und Montag dürfte es noch einzelne Schauer geben. «Aber das Schlimmste ist überstanden», versichert Vögeli. Nur heute Nachmittag und am Abend müsse man noch mit Regenschauer rechnen. Lokal wird die Regenmenge sehr unterschiedlich ausfallen. Von 2 bis 20 Liter ist alles möglich.

Keine Klimaerwärmung

Vögeli versichert, das aktuelle Wetterphänomen habe nichts mit Klimaerwärmung zu tun. «Solche Gewitter im Mai hat es auch schon vor 200 oder 300 Jahren gegeben», sagt er. Mit 21 Grad war es auch normal warm. Fazit: Es waren einfach alle Zutaten vorhanden für ein perfektes Gewitter. «Dem Wetter ist es schliesslich egal, welches Datum wir haben», sagt Vögeli.

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