Umstrittener Arzt
Ingo Malm muss sich im Juni vor Gericht verantworten – diese Vergehen werfen ihm die Strafverfolger vor

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Jetzt ist der Prozesstermin im Verfahren gegen Ingo Malm bekannt. (Archiv)

Jetzt ist der Prozesstermin im Verfahren gegen Ingo Malm bekannt. (Archiv)

Screenshot SRF

Das Strafverfahren gegen Ingo Malm kommt am 6. Juni 2019 am Bremgarter Bezirksgericht zur Verhandlung. Das teilen die Gerichte Kanton Aargau am Donnerstag mit. Der Prozess dauert voraussichtlich den ganzen Tag.

Malm ist ehemaliger Geschäftsführer der Ärztezentrum Mutschellen AG, über die der Konkurs verhängt wurde. Die Aargauer Staatsanwaltschaft wirft ihm zahlreiche Vergehen vor, unter anderem:

  • mehrfachen Betrug
  • mehrfache Urkundenfälschung
  • Zweckentfremdung von Arbeitnehmerbeiträgen
  • Veruntreuung von Quellensteuern
  • Misswirtschaft.

Welche Strafe sie für Malm fordert, gibt sie während des Prozesses bekannt. Auch die Verteidigung wird ihren Antrag dann formulieren.

Malm hat im Aargau mehrfach Negativschlagzeilen verursacht. 2012 gab er in Rudolfstetten ohne die nötige Bewilligung Tausende Ritalintabletten ab. Im selben Jahr ging er mit seiner Praxis Konkurs. Der Gesamtverlust betrug über sieben Millionen Franken. Zwei Jahre später entzogen ihm die Behörden die Berufsausübungsbewilligung. Malm prozessierte gegen diesen Entscheid bis vor Bundesgericht, wo er schliesslich verlor. Trotz fehlender Bewilligung soll der Deutsche im Ärztezentrum Mutschellen, das er während des ersten Konkursverfahrens gegründet hatte, erneut als Arzt gewirkt haben. Diese Leistungen soll er unter falschem Namen erfasst haben; er benutzte die Identität eines rechtmässig praktizierenden Arztes.

Im Januar 2018 wurde Malm verhaftet und sass bis März in Untersuchungshaft. Das Ärztezentrum steht seit Februar 2018 in Konkurs. Der Schuldenberg in diesem Fall beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf rund zwei Millionen Franken. Im Oktober 2018 klagte die Staatsanwaltschaft Malm an. Malms Praxis wurde liquidiert. Das Interesse an der Versteigerung war gross.

Ein Teil des Inventars, das liquidiert wurde:

Das war einmal: Hier wurden die Patienten der Gemeinschaftspraxis Ärztezentrum Mutschellen in Berikon empfangen.
53 Bilder
Am Freitag, 12. Oktober, kommt das Inventar unter den Hammer. Die Ärztezentrum Mutschellen AG von Ingo Malm war im Januar Konkurs gegangen.
Wir zeigen einen Teil des Mobiliars und der medizinischen Gerätschaften, die liquidiert werden.
Blick in das Wartezimmer: Zum Liquidationsposten gehören Kinderspielsachen, 2 Hocker, Tischli, Bücher etc.
Aktenvernichter
Eine Behandlungsliege.
Notfallrucksack mit Inhalt.
Ein Mikroskop.
Eine Behandlungsliege.
Waschmaschine.
Diagnosegerät.
Akkubohrmaschinen der Marke Bosch.
Blick in den Lagerraum.
Industriestaubsauger Windy.
Auch dieser Anhänger der Marke Saris gehört dazu.

Das war einmal: Hier wurden die Patienten der Gemeinschaftspraxis Ärztezentrum Mutschellen in Berikon empfangen.

ZVG

(mwa)