Statistik-Serie Aargau
In welchen Gemeinden die meisten Ausländer wohnen und wo Einbürgerung ein Fremdwort ist

In einer zehnteiligen Serie verraten wir Ihnen mit interaktiven Karten und Grafiken interessante und überraschende Fakten und Zahlen über den Kanton Aargau. Heute Teil 3: Ausländer und Einbürgerungen.

Elia Diehl
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Wo im Aargau die meisten Ausländer leben und wo im Aargau am meisten eingebürgert wird

Wo im Aargau die meisten Ausländer leben und wo im Aargau am meisten eingebürgert wird

az/Elia Diehl

8'139'631 Menschen lebten Ende 2014 in der Schweiz, davon 1,9 Millionen ohne Schweizer Pass. Die Mehrheit dieser ständigen ausländischen Wohnbevölkerung kommt aus einem EU- oder Efta-Land.

So sind die fast 300'000 Italiener noch immer die grösste Bevölkerungsgruppe (15,3%), gefolgt von Staatsangehörigen aus Deutschland (14,9%), Portugal (13,1%) und Frankreich (5,8%). Nur rund 83'000 oder 4,3 Prozent der Ausländer haben ihre Wurzeln auf dem Afrikanischen Kontinent.

Im Kanton Aargau sind 24 Prozent der Bevölkerung Ausländer (Stand 2014), das ist knapp unter dem Landesdurchschnitt. Schon ein erster Blick auf die interaktive Karte zeigt: Die Unterschiede zwischen den Regionen und Gemeinden sind enorm. Am einen Ende ist Wiliberg im Bezirk Zofingen mit gerade 1,8 Prozent Ausländeranteil. Am anderen Ende der Skala befindet sich Spreitenbach mit 51,6 Prozent.

Spreitenbach ist im ganzen Kanton die einzige Gemeinde, in der wenige Schweizer Staatsbürger wohnen als Ausländer:

Es gibt umgekehrt sehr kleine, ländliche Gemeinden, wo Ausländer an einer Hand abzuzählen sind. Allen voran eben Spitzenreiter Wiliberg. Von 165 Einwohnern sind gerade mal zwei Ausländer. Ähnlich ist die Situation in Attelwil mit 246 Einwohnern, wo sechs Ausländer 2,2 Prozent der Bevölkerung entsprechen oder Mandach bei Brugg mit 308 Einwohnern (Stand 2014) und neun gezählten Ausländern.

Wie sieht es in den Städten aus? In Aarau liegt der Ausländeranteil knapp unter 20 Prozent, für eine Stadt ist das auffällig tief, gut vier Prozent unter dem Kantonsmittel. Anders in Baden und Wettingen: Dort entsprechen die Ausländeranteile von 26,7 bzw. 26,9 Prozent eher dem Normalfall. Deutlich höher ist er noch in Brugg mit 29,2 Prozent.

Im schweizweiten Vergleich liegt der Ausländeranteil im Kanton Aargau unter dem Durchschnitt:

Tiefe Einbürgerungsziffer

32'836 Personen haben 2014 das Schweizer Bürgerrecht erworben. Pro 100 ausländische Aufenthalter und Niedergelassene kam es somit zu 1,8 Einbürgerungen (entspricht der rohen Einbürgerungsziffer von 1,8 Prozent). Im internationalen Vergleich ist dies ein relativ niedriger Prozentsatz, der im Aargau sogar noch tiefer ist. Interessant ist auch, dass der Prozentsatz bei in der Schweiz geborenen Ausländern fast doppelt so hoch ist:

Im Kanton Aargau erhielten 2014 insgesamt 2161 Personen den roten Pass. Allerdings nicht überall gleich viel, wie die nachfolgende interaktive Karte der Anzahl Einbürgerungen pro 1000 Einwohner zeigt:

Hier gibt es im Verhältnis zur Wohnbevölkerung die meisten Einbürgerungen:

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