Villmergen
In Villmergen ist der Steuerfuss seit der Fusion wieder gestiegen – warum?

In Villmergen hat sich der Steuerfuss nach der Fusion mit Hilfikon am meisten nach oben bewegt. Heute steht die Gemeinde bei 105 Prozent. Ist die Fusion schuld?

Mathias Küng
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Luftaufnahme vom Bünztal, im Vordergrund die Agglomeration Wohlen, am linken Bildrand die Gemeinde Villmergen.

Luftaufnahme vom Bünztal, im Vordergrund die Agglomeration Wohlen, am linken Bildrand die Gemeinde Villmergen.

zvg

Ein Blick auf unsere Tabelle unten zeigt: In Villmergen hat sich der Steuerfuss nach der Fusion mit Hilfikon am meisten nach oben bewegt. Die fusionierte Gemeinde startete 2010 mit einem Steuerfuss von 92 Prozent, also demselben, den Villmergen vorher hatte. Hilfikon verbesserte sich bei der Fusion um sagenhafte 27 Steuerprozente. Heute steht die Gemeinde bei 105 Prozent. Für Villmergen vor der Fusion ist das eine Verschlechterung, das frühere Hilfikon steht aber – rein steuermässig betrachtet – immer noch massiv besser da als vor der Fusion.

Die entscheidende Frage ist natürlich, warum der Steuerfuss nicht wenigstens stabil blieb. Ist die Fusion daran schuld? Gemeindeammann Ueli Lütolf – der vorher schon Gemeindeammann von Hilfikon war – schüttelt energisch den Kopf: «Nein, wir wussten damals schon, dass in Villmergen unabhängig von der Fusion Investitionen anstehen, und dass der Steuerfuss wieder steigen kann.» An der Fusion liege es auf keinen Fall. Hilfikon mit seinem hohen Steuerfuss hatte lediglich 250 Einwohner, war also der deutlich kleinere Partner gegenüber Villmergen mit damals 5600 Einwohnern.

Ueli Lütolf, Gemeindeammann Villmergen «Wir wussten, dass der Steuerfuss wieder steigen kann.»

Ueli Lütolf, Gemeindeammann Villmergen «Wir wussten, dass der Steuerfuss wieder steigen kann.»

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Gerade für Hilfikon sei die Fusion ein klarer Vorteil, sagt Lütolf: «Es kann jetzt die gesamte Infrastruktur, wie zum Beispiel das gute Schulangebot und die professionellen Dienstleistungen der Verwaltung von Villmergen, nutzen. Natürlich gab es auch Ängste, man würde in der neuen Gemeinde zu wenig integriert werden.

In der Tat ist die gesellschaftliche Nähe unter den Hilfikern nicht mehr so gross wie vorher. Wer sich allerdings für das Angebot und die Nähe zu Villmergen interessiert und bemüht, der steht auf keinen Fall im Abseits. Als Gemeindeammann von Villmergen bin ich für alle da. Wer ein Anliegen hat, kann sehr gerne auf mich zukommen und darauf zählen, dass dieses in den Gemeinderat einfliessen wird.»

Die ehemalige Gemeinde Hilfikon hat schon früher eng und gut mit der Gemeinde Villmergen zusammengearbeitet, sie waren in vielen Belangen fast schon miteinander verschweisst, sagt Lütolf. Rückwirkend sehe er vor allem Vorteile. Wenn man ihn fragt, ob der Entscheid damals richtig war, sagt er: «Ich würde wieder für die Fusion stimmen.»