Kontrollen
In jedem vierten vorgekochten Lebensmittel hat es zu viel Keime

In vorgekochtem Gemüse, Reis und Teigwaren hat es zu viel Keime. Das Amt für Verbraucherschutz beanstandete 26 Prozent der untersuchten Proben. Bei Automatengetränke fielen 18 Prozent durch. Alles in allem ist das Amt trotzdem zufrieden.

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Lebensmittelinspektor bei der Kontrolle im Labor

Lebensmittelinspektor bei der Kontrolle im Labor

Keystone

So etwa in vorgegarten Lebensmitteln wie Gemüse, Teigwaren oder Reis. Von 1034 untersuchten Proben von wiesen 26 Prozent zu hohe Keimzahlen auf. Gründe für die zu hohe Keimzahl sind laut AVS schmutzige Hände und Gerätschaften oder das Würzen von Speisen unmittelbar nach statt vor dem Kochen. Einige der Keime könnten in ausreichend grossen Mengen in den Lebensmitteln Krankheiten auslösen.

Jedes zweite Shampoo beanstandet

Unerfreulich ist die Situation bei Körper- und Haarpflegemitteln: 50 Prozent der untersuchten Produkte musste beanstandet werden, weil allergene Substanzen auf der Verpackung nicht angegeben waren. Bedenklich ist die Situation auch bei kosmetischen Mitteln für Kinder. Bei 12 von 25 Produkten waren nicht alle Zusätze deklariert. Zwei Produkte mussten wegen verbotener Stoffe, ein weiteres wegen Verunreinigung mit einer gesundheitsgefährdenden Substanz aus dem Verkauf genommen werden. (rsn)

Wenig Appetitliches kommt aus den Getränkeautomaten - vor allem dann, wenn es frisch aufgebrüht ist, also heisse oder kalte Schokolade, Kaffee oder Pilzcremsuppe. 18 Prozent wiesen eine zu hohe Keimzahl auf. Damit ist der Wert gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich gesunken. Damals lag er bei 34 Prozent.

Grenzwerte sollen erhöht werden

Verbessern lässt sich das Resultat wohl nicht mehr. Denn die Konstruktion der Automaten lasse die Keimbelastung auch bei regelmässiger und korrekter Wartung nicht weiter senken, so das AVS. Damit die Werte in Zukunft besser ausfallen, will das Amt nun einen Trick anwenden. Es will eine Anpassung der gesetzlichen erlaubten Höchstwerte. Im Klartext heisst das: Was heute noch dreckig ist, wäre in Zukunft dann sauber.

Einwandfreie türkische Peperoni

Als «erfreulich» wertet das AVS das Ergebnis seiner Untersuchung von türkischen Peperonis auf Pestizide. Nur bei einem einzigen Produkt sei der Höchstwert überschritten worden.

Bei der Anpreisung von Früchten und Gemüse habe die seit rund fünf Jahren regelmässig durchgeführte Kampagne zur korrekten Deklaration des Produktionslandes erstmals Wirkung gezeigt, hält das AVS fest. Die Beanstandungsquote sei deutlich gesunken und liege nun bei 13 Prozent.

Allergene nicht sauber deklariert

Das AVS untersuchte auch verschiedene Lebensmittel auf Anteile gentechnisch veränderter Organismen (GVO) und Allergene. Die Bestimmungen in Bezug auf GVO wurden in allen Fällen eingehalten.

Einige Produkte mussten gemäss AVS jedoch beanstandet werden, weil Zutaten wie Erdnüsse, Haselnüsse, Weizen, Soja oder Senf auf der Zutatenliste nicht aufgeführt waren. Diese Zutaten können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Erstmals untersucht haben die Lebensmittelinspektoren auch den Frischezustand von Fischen. Und dabei Erfreuliches vorgefunden. Nur gerade ein Fisch fiel durch die Kontrollen.

Fazit der Tester: Es gibt zwar noch zu tun, alles in allem war die Qualität der Lebensmittel ist im Kanton Aargau 2011 allgemein aber gut. (rsn)