Hirschthal
In Hirschthal geht die Feuerwehr schon seit über zehn Jahren auf Patrouille

Feuerwehr und Zivilschutz sollen als Massnahme gegen kriminelle Asylbewerber auf Patrouille gehen, schlägt der Regierungsrat vor. Die Idee ist nicht neu: Seit 1997 patrouilliert die Feuerwehr jeweils in den Wintermonaten durch Hirschthal.

Manuel Bühlmann
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Quartierpatrouille der Feuerwehr in Hirschthal: Martin Rohr (rechts) und Stefan Probst unterwegs mit Hund Rex (Archivbild)

Quartierpatrouille der Feuerwehr in Hirschthal: Martin Rohr (rechts) und Stefan Probst unterwegs mit Hund Rex (Archivbild)

IMAGO

Letzte Woche hat der Regierungsrat mögliche Massnahmen gegen kriminelle Asylbewerber präsentiert. Eine davon sieht vor, Feuerwehrleute und Zivilschützer auf Patrouille zu schicken.

Die Gemeinde Hirschthal macht seit über zehn Jahren vor, wie dies konkret aussehen könnte. Dort sind bereits seit 1997 von Ende Oktober bis Mitte Februar Feuerwehrleute unterwegs, um Einbrüche zu verhindern.

Mit Erfolg, sagt Gemeindeammann Peter Stadler. «Seit der Einführung hat es in Hirschthal nur noch einen einzigen Einbruch gegeben.»

Funkgerät, Handy und Handscheinwerfer

Damit konnte das Ziel der Patrouillen erreicht werden. Denn eine Zunahme von Einbrüchen war Auslöser der Aktion «Crime Stop». Damals hätten in der Gemeinde unhaltbare Zustände geherrscht, sagt Stadler. «Reihenweise sind Einfamilienhäuser ausgeräumt worden - zwölf allein 1996.»

In den Wintermonaten - Hauptsaison der Einbrüche - patrouillieren Zweierteams, die an ihren Brandschutzkombis gut als Feuerwehrmänner zu erkennen sind. Ausgerüstet sind sie nur mit Funkgerät, Handscheinwerfern und Handy.

Niemanden auf frischer Tat ertappt

Die Patrouilleure sind zu unregelmässigen Zeiten und auf verschiedenen Routen unterwegs, um nicht berechenbar zu sein. Sie haben keine polizeiliche Gewalt, sondern dürfen nur beobachten und Vorfälle an die Polizei melden.

Einen Ernstfall gab es gemäss Peter Stadler bisher keinen: «Gefährlich ist es für unsere Leute bis jetzt noch nie geworden.» Es gehe aber auch nicht in erster Linie darum, jemanden auf frischer Tat zu ertappen, sondern abschreckend und präventiv zu wirken.

Freiwillige auf Patrouille

Der Feuerwehr Hirschthal gehören 50 bis 60 Personen an, 25 Mitglieder davon beteiligen sich an den Patrouillen. Freiwillig, wie Stadler betont. Der Sold dafür ist eher bescheiden. 45 Franken erhalten die Freiwilligen pro Einsatz. Dennoch gestalte sich die Rekrutierung nicht als schwierig: «Wir haben nie Probleme damit gehabt, genug Personen zu finden» , sagt Stadler.

Wer sich für den Patrouillen-Einsatz meldet, erhält an einem Abend die wichtigsten Verhaltensregeln und die Gesetzeslage erklärt - vom Gemeindeammann höchst persönlich. Mit theoretischen und praktischen Beispielen werden die Feuerwehrleute auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Keine Gegenwehr aus der Bevölkerung

Die Idee der Patrouillen sei bei der Einführung auf keine Gegenwehr aus der Bevölkerung gestossen, erinnert sich Stadler. «Das Projekt geniesst in der Gemeinde eine hohe Akzeptanz.» Dies habe wohl damit zu tun, dass in der Feuerwehr Leute aus dem Dorf seien, die man kenne und die selber von der Problematik betroffen seien.

Ob die Patrouillen auch gegen Fälle von kriminellen Asylbewerber Sinn machen würde, lässt Stadler offen: «Sobald sie das ganze Jahr durchgeführt werden, könnten sie zur Routine werden und möglicherweise an Wirkung verlieren.»

Zusätzliche Einsätze wären in Hirschthal jedenfalls kein Problem. «Ich und meine Leute wären bereit für solche Einsätze», sagt Gemeindeammann Stadler.

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