Gemeindelandschaft

In gut einem Jahr zählt der Aargau nur noch 200 Gemeinden – die Fusionen im Überblick

Die Zahl der Aargauer Gemeinden schrumpfte in den vergangenen Jahren stark – in den nächsten beiden Jahren wird der Rückgang noch extremer ausfallen. Wo bereits Fusionen stattfanden, welche genehmigt und wo Zusammenschlüsse geplant sind.

Vor elf Jahren, als Urs Hofmann sein Amt als Regierungsrat antrat, gab es im Aargau noch 229 Gemeinden. In gut einem Jahr, mit der Umsetzung der Grossfusion im Zurzibiet, werden es noch 200 sein. Dass sich die Zahl der Gemeinden in relativ kurzer Zeit derart stark reduziert, ist in der Geschichte des Kantons ziemlich aussergewöhnlich. Hofmann zeigte in einem Referat an der Gemeindetagung auf, wie sich die Gemeindelandschaft im Aargau und in der Schweiz entwickelt hat.

In der ganzen Schweiz reduzierte sich die Zahl der Gemeinden zwischen den Jahren 1850 und 2003 von 3205 auf 2840 – das ist ein Rückgang um 11,4 Prozent. Im Aargau sank die Zahl der Gemeinden im gleichen Zeitraum von 243 auf 231 – das ist ein Rückgang von 4,9 Prozent.

Zuletzt ist die Zahl der Gemeinden im Aargau aber stärker geschrumpft: Zwischen den Jahren 2000 und 2020 um 9,6 Prozent, vergleicht man das Jahr 2000 mit 2022 und berücksichtigt die dannzumal umgesetzte Zurzibiet-Fusion, wird der Rückgang 13,6 Prozent betragen.

Aargau auf Rang drei der Kantone mit den meisten Gemeinden

Dennoch liegt der Aargau im Kantonsvergleich heute noch weit vorne, wenn es um die Zahl der Gemeinden geht. «St.Gallen ist zwar flächenmässig anderthalb mal so gross wie der Aargau, zählt aber nur 85 Gemeinden», verglich Urs Hofmann. Am meisten Gemeinden wies am 1. Januar der Kanton Bern auf: Dort gibt es 342 Kommunen, die durchschnittliche Einwohnerzahl beträgt 3026 Personen. Im Kanton Waadt auf Platz 2 gibt es 309 Gemeinden mit durchschnittlich 2586 Einwohnern. Dann kommt bereits der Aargau, dessen 210 Gemeinden im Schnitt 3243 Einwohner zählen. Zürich auf Rang 4 weist 162 Gemeinden auf, in denen im Schnitt 9481 Menschen leben.

Die letzte Gemeindefusion im Aargau war jene zwischen Brugg und Schinznach-Bad, die am 1. Januar dieses Jahres vollzogen wurde. Mit dem vom Volk gutgeheissenen Zusammenschluss von acht Kommunen im Zurzibiet zur neuen Gemeinde Zurzach verschwinden auf Anfang 2022 gleich vier der zehn kleinsten Aargauer Gemeinden: Böbikon, Baldingen, Rümikon und Wislikofen. Weiterhin eigenständig bleiben Wiliberg auf Platz 1 und Geltwil auf Platz 3, das mit einem rekordtiefen Steuerfuss von 50 Prozent derart gut dasteht, dass aus finanzieller Sicht keine Fusion angezeigt ist. (fh)

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