Unterbezahlt im Vergleich zu anderen Kantonen seien Mitglieder von Aargauer Exekutivbehörden auf Gemeindeebene, hat eine Studie ergeben. Handlungsbedarf sieht die Gemeindeammänner-Vereinigung vor allem bei kleinen bis mittleren Kommunen und hat deshalb einen Leitfaden herausgegeben, in dem sie für die verschiedenen Gemeindegrössen zum Teil markant höhere Entschädigungen empfiehlt.

«Gute Leute gibt es nicht gratis»

«Gute Leute gibt es nicht gratis»

Hans-Ruedi Hottiger von der Gemeindeammänner-Vereinigung plädiert für mehr Lohn für Exekutivmitglieder kleiner Gemeinden.

Bei sehr kleinen Gemeinden, die durchschnittlich mit kaum mehr als einem 20-Prozent-Amt geführt werden, sollen die Entschädigungen mehr als verdoppelt werden. Bei den grösseren Gemeinden mit höheren Prozentstellen sind die angestrebten finanziellen Aufbesserungen nicht mehr so gross.

«Wir müssen uns nach dem Budget richten – da liegt nicht mehr drin»

«Wir müssen uns nach dem Budget richten – da liegt nicht mehr drin»

Robert Schmid, Gemeindeammann von Ueken, verdient für sein Teilzeitamt 12'000.- im Jahr.

Wie unterschiedlich Situation und Bedürfnisse in den 213 Aargauer Gemeinden sind, zeigt allein eine erste Stichprobe, welche die az am Montag genommen (s. Beispiele unten) hat.

Während zum Beispiel die Kleinst-Gemeinde Mandach (320 Einwohner) ihrem Ammann für sein 30-Prozent-Pensum pauschal 8000 Franken im Jahr zahlt und nun eine Erhöhung plant, wurde das Amt des Ammanns in Rheinfelden (über 11 000 Einwohner) inzwischen in ein Vollzeitamt ausgebaut. Der Lohn von 210 000 Franken findet auch der Ammann selber hoch genug. 

«Bei grösseren Gemeinden stimmen Lohn und Leistung der Gemeindeammänner oft nicht überein»

«Bei grösseren Gemeinden stimmen Lohn und Leistung der Gemeindeammänner oft nicht überein»

SVP-Grossrat Benjamin Giezendanner nimmt kein Blatt vor den Mund.

So oder so: Jede Gemeinde kann selber entscheiden, wieviel sie ihrem Ammann und ihren Gemeinderäten zahlen will für ihre Arbeit.