Aargau
Immer mehr Steuerpflichtige werden vom Kanton elektronisch erfasst

Die Steuerämter nutzen immer häufiger kantonale Software und lassen Steuerbelege in Spreitenbach scannen. Der Datenschutz ist jederzeit garantiert, unterstreicht der Leiter des kantonalen Steueramtes, Dave Siegrist.

Eddy Schambron
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Immer mehr Steuerpflichtige werden vom Kanton elektronisch erfasst Archiv/FG

Immer mehr Steuerpflichtige werden vom Kanton elektronisch erfasst Archiv/FG

Felix Gerber

Ende Monat ist Abgabetermin für die Steuererklärung. Bereits 98 von 156 Steuerämter im Kanton Aargau erfassen und archivieren die Daten von den Steuerpflichtigen mit der Dienstleistungs-Software Digitax. Es werden im nächsten Jahr bis zu 20 weitere dazukommen, ist Dave Siegrist, Leiter des kantonalen Steueramtes, überzeugt. «Allein für dieses Jahr haben sich 29 Steuerämter für diesen Schritt entschlossen.» Von den insgesamt 371 000 Steuerpflichtigen im Aargau werden damit bereits 272 000 elektronisch erfasst.

Die Dumo Informatik und Scanning AG in Spreitenbach ist die externe Firma, welche die eingereichten Steuererklärungen und alle Belege einscannt und sie für die Bildschirmverwendung durch Steuerbeamte aufbereitet. Sie entwickelt und vertreibt Software-Gesamtlösungen für kleine und mittlere Einwohner-, Bürger- und Kirchgemeinden. «Der Datenschutz ist jederzeit garantiert», unterstreicht Siegrist. Die Daten werden mit Spezialbehältern abgeholt, die Belegkopien nach dem Scanning gemäss den Datenschutzvorschriften vernichtet. Deshalb werden die Steuerpflichtigen gebeten, nicht mehr Originalbelege, sondern Kopien davon einzureichen. Wer trotzdem Originale abgeben und zurück erhalten will, muss dies speziell vermerken.

Für die Steuerpflichtigen ändert sich mit Digitax nicht viel. Sie füllen ihre Steuererklärung von Hand oder mit einem Computerprogramm aus - der Aargau stellt dafür «Easy-Tax» zur Verfügung - und legen die Kopien der Belege dazu. Sie erhalten die Veranlagung und Rechnung wie bisher nach Hause geschickt. Wo das Kopieren der Dokumente nicht möglich oder zu umfangreich ist, bietet das Steueramt Unterstützung an.

Die elektronische Erfassung bringt nach Ansicht von Siegrist für alle nur Vorteile. Die Verfahren werden vereinfacht, die Veranlagungsorgane haben Zugriff auf sämtliche notwendigen Angaben sowohl am Arbeitsplatz wie auch am Schalter oder in den Besprechungsräumen. Schliesslich kann auf die zeitaufwendige Archivierung der Steuerakten verzichtet werden. Digitax wird den Gemeinden für eine jährliche Benützungsgebühr angeboten. Der volle Nutzen der Dienstleistung soll bereits ab dem zweiten Veranlagungsjahr eintreten. Die sich beteiligten Gemeinden sind überzeugt davon, dass personeller Mehraufwand durch das stets komplexer werdende Steuerwesen durch den Einsatz zweckmässiger technischer Mittel abgefedert werden kann.

Bis zur vollständigen elektronischen Steuererklärung wird noch etwas Zeit ins Land gehen. Siegrist glaubt, dass die ganze Informatik nicht vor 2016/17 bereit sein wird, um diese Form der Deklaration zu gewährleisten. Er ist aber überzeugt, dass dannzumal die Vorteile - etwa den Veranlagungsstand jederzeit abrufen zu können - geschätzt werden wird. Im Rahmen der E-Government-Strategie will der Kanton die elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien auf jeden Fall gezielt fördern und einsetzen.

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