Zwilag

Im Strahlenmeer: Hier landen die atomaren Abfälle der Schweiz

Walter Heep führt durch das Zwilag in Würenlingen

Walter Heep führt durch das Zwilag in Würenlingen

Die Tour führt durch Räume mit schwach- und hochradioaktiven Abfällen. Warum ist Walter Heep so stolz auf seine Anlage? Wie gefährlich ist die Strahlung? Und wie viel Kapazität bleibt noch?

Der Geschäftsführer des Zwischenlagers in Würenlingen, Walter Heep, zeigt sein Reich. Die Tour führt durch Räume mit schwach und hoch radioaktiven Abfällen. Und zu einer 5000 Grad heissen Flamme. Auf diese ist der Zwilag-Chef besonders stolz.

Wie ist es eigentlich, einen Transportbehälter voller Brennstäbe anzufassen? Das kann «Tele M1»-Redaktor Stefan Lanz jetzt erzählen. Zusammen mit dem Geschäftsführer des Zwischenlagers Würenlingen machter einen Rundgang durch dessen radioaktives Reich. Und stellte mit der Hand an einem der Transportbehälter fest: «Man spürt, das ist wirklich warm da.»

«Wie ein ausgebranntes Cheminée-Feuer»

40 Jahre lang müssen die Transportbehälter mit den hoch radioaktiven Brennstäben im Zwischenlager, kurz Zwilag, lagern, bis sie soweit abgekühlt sind, dass sie im geplanten Tiefenlager entgültig «entsorgt» werden können. «Man muss sich das vorstellen wie ein ausgebranntes Cheminée-Feuer», sagt Walter Heep dazu.

Die schwach radioaktiven Abfälle, etwa Bauteile von Kernkraftwerken, werden gleich nach der Ankunft im Zwilag erst einmal gereinigt. Und zwar von Hand. Mit Schleifgeräten, Bürsten oder Hochdruckreiniger werden die Oberflächen behandelt.

Die 5000 Grad heisse Flamme

Im Kommandoraum der Plasma-Anlage überwachen die Mitarbeiter eine 5000 Grad Celsius heisse Flamme: Diese Hitze lässt die schwachaktiven Abfälle einerseits massiv schrumpfen, andererseits bleiben keine organischen Reststoffe mehr übrig. Aus den Abfällen werden sogenannte Endlager-Gebinde.

Auf die Plasma-Anlage ist Heep besonders stolz: «Dieses Verfahren wurde hier mitentwickelt und kam zum allerersten Mal in der Geschichte der Nukleartechnik hier zum Einsatz.» In der Sendung erklärt er auch, weshalb diese Technik in der Vergangenheit nicht immer einwandfrei funktioniert hat.

Nur «minime» Strahlung

Gefährlich ist es übrigens nie auf diesem Rundgang. Die Brennstäbe-Behälter geben laut Heep zwar Strahlung ab – «deshalb tragen wir auch Strahlenmessgeräte am Körper» – er versichert aber, dass diese «ganz minim» sei. «Schliesslich kann man mit diesen Behältern auch öffentliche Strassen befahren.»

Noch für 60 weitere Jahre hat es im Zwilag Würenlingen Platz für die atomaren Abfälle der Schweiz. Wie es mit den hochaktiven Abfällen weitergehen soll, wenn sie abgekühlt sind, zeigt dieses Video:

Von Schleuse zu Schleuse und schliesslich in die Stollenbahn: So funktioniert die Tiefenlagerung von hochaktiven Abfällen

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