Er tingelt von Podium zu Podium, um Werbung für die Lohngrenze zu machen und sich von den Verfechtern einer freien Wirtschaftsordnung in den Senkel stellen zu lassen.

Am Donnerstag hat Wermuth Pause. Er hätte bei der CVP Aargau am Parteitag auftreten sollen, aber sie hat ihn wieder ausgeladen. Man verzichtet nun auf eine kontradiktorische Behandlung der Juso-Initiative. Stattdessen wird Regierungsrat Roland Brogli darlegen, warum sie schädlich für den Wirtschaftsstandort und abzulehnen ist.

Warum die Programmänderung? Hat man bei der CVP etwa Angst, Wermuth könnte seine Sache zu gut machen? Traut sich niemand, gegen den schlagfertigen Tausendsassa in den Ring zu steigen? Selbstverständlich nicht, versichert die Parteizentrale. Man habe als Familienpartei kurzfristig die Prioritäten anders gesetzt und wolle sich mehr Zeit für die kontradiktorische Behandlung der SVP-Familieninitiative nehmen, erklärt CVP-Geschäftsführerin Susan Diethelm. Beides habe im Zeitrahmen einfach nicht Platz.

Späte Erkenntnis

Da ist was dran. Die späte Erkenntnis erstaunt dann aber doch. Die SVP-Initiative für Steuerabzüge für die elterliche Kinderbetreuung bringt die CVP in die Zwickmühle. Das wusste man aber spätestens seit dem Scheitern des eigenen Prestigeprojekts und eigentlichen Gegenstücks zur SVP-Initiative: Der Familienartikel in der Bundesverfassung (der das Gewicht auf die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf legte) fiel in der Abstimmung vom 3. März gerade auch in den katholischen Stammlanden der CVP im Aargau durch.

Zur 1:12-Initiative sollte bei der CVP ursprünglich auch gar nicht Wermuth referieren, sondern Juso-Präsident David Roth sollte die Klingen mit Sven Strebel kreuzen, dem Präsidenten der Jungen CVP Aargau. Weil Roth verhindert war, teilte man Wermuth dann aber mit, dass man ihn «sehr gerne als Diskussionspartner dabei haben würde». Das war Anfang September. Wermuth staunte dann nicht schlecht, als er von Andy Tschümperlin, dem Präsidenten der SP-Bundeshausfraktion aus Schwyz, Ende September über eine Anfrage der Aargauer CVP für einen Auftritt zur 1:12-Initiative informiert wurde. Als Kontrahent sei der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof vorgesehen. Und dieser hatte schon früher kategorisch erklärt: «Ich bin nicht bereit, mit Wermuth zu streiten.»

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