Movember
Im Kantonsspital Aarau gehen die Schnäuze um

Die Urologen und Kinderärzte des KSA haben sich einen Schnauzbart wachsen lassen, um sich an «Movember» zu beteiligen. Diese weltweite Aktion hat das Ziel, die Aufmerksamkeit für Prostatakrebs zu steigern und Geld für die Forschung zu sammeln.

Elia Diehl
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Die Ärzte des Prostatazentrums und der Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Aarau tragen Schnauz.

Die Ärzte des Prostatazentrums und der Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Aarau tragen Schnauz.

Zur Verfügung gestellt

Immer mehr Männer legen jeweils am 1. November weltweit ihre Rasierer zur Seite und beginnen mit der Kultivierung eines schon fast ausgestorbenen Accessoires: der Schnauzbart. Sie liessen ihn im Rahmen der Aktion «Movemeber» (Moustache und November) während des ganzen Monats wachsen. Das Ziel: Die Aufmerksamkeit für Prostatakrebs und andere Gesundheistprobleme von Männern soll gesteigert werden. Mit der Fundraising-Aktion wird zudem Geld für die Erforschung und Vorbeugung gesammelt.

Der Schnauzbart hat diesen Monat auch Einzug ins Kantonsspital Aarau (KSA) gehalten. Die Ärzte des Prostatazentrums beteiligten sich an der Aktion, die am Sonntag mit einer ordentlichen Rasur endet. Unterstützt wurden die Mediziner von ihren Kollegen der Klinik für Kinder und Jugendliche, heisst es in einer Medienmitteilung des KSA.

Wie funktioniert Movemeber

Teilnehmer registrieren sich auf der Website von «Movember», um dann am 1. November glattrasiert zu beginnen. Bis Ende des Monats November lässt sich der Teilnehmer einen Schnurrbart wachsen, dabei sind verschiedene Bartformen zulässig. Während dieser Zeit können Freunde und Bekannte des Teilnehmers in dessen Namen Geld an die Stiftung Movember spenden. Teilnehmer können Teams bilden - zum Beispiel innerhalb von Unternehmen - und auf spielerische Weise in den Wettstreit um die höchste eingeworbene Spendensumme treten. Die Stiftung unterstütz mit den gesammelten Geldern danach nationale Forschungseinrichtungen.

«Die Aktion kam bei unseren Patienten sehr gut an», sagt Franz Recker, Chefarzt der Klinik für Urologie. Sein Stellvertreter Stephen Wyler ist überzeugt, dass damit das wichtige Bewusstsein der Männer zur individuellen Vorsorge gefördert werde. Das Team um Recker ist selbst seit mehreren Jahren in der Prostata-Forschung engagiert und führt im KSA unter anderem eine der grössten Studien im deutschsprachigen Raum durch. Dennoch ist man über das Monatsende auch froh. Stephen Wyler: «Zum Glück kommt der Schnurrbart wieder weg - im OP unter der Maske hat er immer gekitzelt.»

Über eine Million Schnäuze weltweit

«Movember» ist 1999 von einer kleinen Gruppe Australiern ins Leben gerufen worden, seit 2004 gibt es in Australien und Neuseelnad jährliche Veranstaltungen. In der Schweiz ist die Züchtung der Oberlippenbärte vor rund zwei Jahren angekommen. Mittlerweile ist «Movember als Stiftung organisiert und wurde 2012 vom Global Journal in die Top-100 NGO (non-government organization) weltweit gewählt.

Die Stiftung ist in über 20 Ländern aktiv und leitet die Spendengelder an nationale Forschungseinrichtungen weiter. 2012 liessen sich im Rahmen der Aktion weltweit über 1 Million Männer einen Schnauzbart wachsen und generierten insgesamt fast 100 Millionen Dollar Spendeneinnahmen.

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