Raumplanung
Im Kanton Aargau wird alle 23 Sekunden ein Quadratmeter Land überbaut

Auch im Kanton Aargau werden immer mehr Land überbaut. Zwar sind noch genügend Baulandreserven vorhanden - aber nicht unbedingt dort, wo diese auch gebraucht würden.

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Auch im Kanton Aargau werden immer mehr Bauzonen verbraucht: Blick auf die Gemeinde Mellingen aus der Luft

Auch im Kanton Aargau werden immer mehr Bauzonen verbraucht: Blick auf die Gemeinde Mellingen aus der Luft

Archiv/Peter Siegrist

Im Aargau wird das Bauland langsam aber sicher knapp. Alleine im Jahr 2011 wurden im Kanton 172 Hektaren neu überbaut. Das entspricht einer Fläche von rund 7 Einfamilienhausparzellen pro Tag, wie es in einer Mitteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) heisst.

Per Ende Jahr 2011 galten damit 86 Prozent der insgesamt 20'481 Hektaren als Bauzone ausgeschiedenen Fläche als überbaut. 2895 Hektaren – davon zwei Drittel Wohn- und Mischzone, ein Drittel Industrie-, Gewerbe und übrige Zonen - waren noch frei.

Mehr als ein Drittel der Reserven, so schreibt das BVU, sind indes nicht baureif, weil sie nicht genügend erschlossen sind.

80'000 Personen mehr in 15 Jahren

Die Experten des Kantons gehen davon aus, dass die 80'000 Personen um die die Aargauer Bevölkerung in den kommenden 15 Jahren gemäss einer Prognose wachsen wird, in den 1'814 Hektaren bestehenden Wohn- und Mischzonenreserven untergebracht werden können.

Ganz unproblematisch dürfte die Neuansiedlung jedoch nicht werden. Denn auch wenn es im Kanton theoretisch genügend Baulandreserven gibt, so befinden sich diese am falschen Ort: In Gemeinden mit einem hohen prognostizierten Bevölkerungszuwachs wie Aarau, Baden oder Wettingen beträgt der Überbauungsgrad jeweils mehr als 95 Prozent.

Auch in Zukunft, schreibt das BVU, «wird deshalb eine vorausschauende Raumentwicklung auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene nötig sein, um Bevölkerungsentwicklung, Siedlungswachstum und Landschaftsverbrauch nachhaltig zu gestalten.» (bau)