Standortqualität
Im Kanton Aargau ist die Wohnqualität hoch

Der Kanton Aargau ist der beliebteste Wohnkanton der Schweiz, die Region Mutschellen und das obere Freiamt sind dabei besonders gewachsen. Das zeigt die Regionalstudie Aargau 2012 der Neuen Aargauer Bank (NAB).

Eddy Schambron
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Der Bauboom im Freiamt geht weiter, die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen. wal

Der Bauboom im Freiamt geht weiter, die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen. wal

Wie der Kanton Aargau erreichen auch sämtliche Teilregionen eine klar überdurchschnittliche Standortqualität. Am attraktivsten positionieren sich die Regionen Mutschellen und Baden. Mit etwas Abstand folgen die weniger nahe am Zentrum Zürich gelegenen Regionen Brugg/Zurzach, Freiamt, Fricktal und Aarau. Der grösste Standorttrumpf ist die verkehrstechnische Erreichbarkeit.

Attraktiver Wohnort

Nimmt man das frei verfügbare Einkommen als Parameter der finanziellen Wohnattraktivität, positioniert sich der Kanton Aargau als relativ attraktiver Wohnort. Eine genauere Betrachtung offenbare, dass drei Regionen in den vergangenen Jahren in besonderem Masse davon profitiert hätten. Es sind dies die Region Mutschellen, das untere Fricktal sowie das obere Freiamt.» Diese Regionen hätten dank ihren vergleichsweise tiefen Lebenshaltungskosten einen regelrechten Boom erlebt, wird in der Studie festgehalten.

Günstiger als in Zürich

Mit Fahrzeiten zwischen 15 und 30 Autominuten in die Stadt Zürich sowie der Bremgarten-Dietikon-Bahn und der Busverbindung durch den Üetlibergtunnel sei die Region Mutschellen verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Mit Ausnahme von Bergdietikon liege das frei verfügbare Einkommen in sämtlichen Gemeinden im oder über dem Schweizer Durchschnitt. Nicht überraschend seien tendenziell diejenigen Gemeinden teurer, welche sich näher an der Stadt Zürich befinden, beispielsweise am Mutschellenpass mit Bergdietikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen. Dennoch seien auch diese teilweise noch deutlich günstiger als ihre Nachbargemeinden im Kanton Zürich. Beispielsweise kostet eine Wohnung mit 100 Quadratmeter auf dem Mietwohnungsmarkt in Berikon durchschnittlich 1780 Franken pro Monat netto. In Aesch ZH hingegen fallen dafür 2200 Franken an, was einem Aufschlag von 24 Prozent entspricht. Noch günstiger sind einige kleinere Gemeinden im Reusstal zwischen Bremgarten und Mellingen: Tägerig, Niederwil, Stetten, Künten und Remetschwil weisen allesamt Indikatorwerte im deutlich positiven Bereich auf.

Die Alternative zu Zug

Das obere Freiamt werde dank seinen tiefen Wohnkosten zunehmend zu einer attraktiven Alternative zum Raum Zug. Mittlerweile seien die Wohnkosten im Kanton Zug so hoch, dass der Effekt der tiefen Steuern für Durchschnittshaushalte durch die tieferen Wohnkosten im Freiamt aufgewogen, wenn nicht sogar überkompensiert werde.

Für die nächsten zehn Jahre prognostiziert die Studie für den Kanton Aargau ein anhaltendes Wachstum von durchschnittlich einem Prozent im Jahr. Für die Region Mutschellen werden 1,3 Prozent erwartet.