Zwei strahlende Gesichter bei der Zofinger StWZ Energie AG, nachdem die Einwohnergemeinde mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat: Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger als Verwaltungsratspräsident und Paul Marbach als Direktor durften namens der StWZ-Gruppe auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 zurückblicken. Der konsolidierte Umsatz konnte um 7,8 Prozent auf 48,7 Millionen Franken gesteigert werden. Daraus resultiert ein Unternehmensgewinn von 3,6 Millionen Franken (Vorjahr 2,7 Millionen Franken).

In Aktiengesellschaft umgewandelt

Mit einem Volksbeschluss vom 10. Juni 2001 wurde die öffentlich-rechtliche, unselbstständige Institution StWZ (Städtische Werke Zofingen, früher Licht- und Wasserwerke LWZ geheissen) per 1. Januar 2002 in vier Aktiengesellschaften umgewandelt: die StWZ Energie AG als Muttergesellschaft mit den Tochterunternehmen StWZ Strom AG, StWZ Erdgas und Fernwärme AG sowie StWZ Wasser AG. Die Einwohnergemeinde ist nach wie vor Alleinaktionärin aller vier Gesellschaften.

Neukunden und kalter Februar

Die Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr ist vor allem dem erhöhten Gasabsatz zuzuschreiben, der durch die Gewinnung von diversen Neukunden und wegen einem sehr kalten Februar 2012 erzielt werden konnte, erklärten Hottiger und Marbach bei der Präsentation des Geschäftsergebnisses 2012. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte trotz leicht höherem Personalaufwand, Investitionen in die Netzinfrastruktur und Sonderabschreibungen um 9,7 Prozent auf 4,3 Millionen Franken gesteigert werden. Der Unternehmensgewinn nach Steuern beläuft sich auf 3,6 Millionen Franken und liegt mit einem Plus von rund 0,9 Millionen Franken klar über dem Vorjahr. Paul Marbach: «Dieses Ergebnis wurde vor allem durch einen höheren Energieabsatz sowie dem ausserordentlichen Erfolg aus einem Landverkauf erzielt. Die StWZ-Gruppe steigerte ihren Eigenfinanzierungsgrad gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent, sodass die konsolidierte Bilanz aktuell einen Eigenkapitalanteil von 43 Prozent ausweist (Eigenkapital 29,23 Millionen Franken, Fremdkapitel 38,55 Millionen Franken).

Strom hinauf und hinab

Die kalten Tage im Februar 2012 haben sich positiv auf den Absatz von Strom, Erdgas und Fernwärme ausgewirkt, gaben Hans-Ruedi Hottiger und Paul Marbach zu bedenken. Vor allem die Haushalts- und Gewerbekunden haben mehr Elektrizität als im Vorjahr bezogen. Der Stromabsatz der Grosskunden hingegen verringerte sich, weil diese energieeffizienter produzieren konnten und teilweise mit fehlender Auslastung zu kämpfen hatten. Gesamthaft betrachtet verringerte sich der Strombezug der Kunden um 1,4 Prozent. Während den kalten Tagen verbrauchten hingegen alle Erdgaskunden sehr viel Energie. Zudem konnten neue Häuser mit Erdgas erschlossen werden. Diese beiden Faktoren ergeben im Vergleich zum Vorjahr einen zusätzlichen Erdgasabsatz von 8,3 Prozent. Der Verbrauch von Wasser war nahezu unverändert.

Ein privates Unternehmen

Interessant ist, dass die seit dem 1. Januar 2002 als privatwirtschaftlich organisierte Aktiengesellschaft arbeitende StWZ Energie AG bereits von 1896 bis 1916 als private Elektrizitätsversorgung tätig war. Am 12. Oktober 1896 hiess die damalige Einwohnergmeind den Konzessionsvertrag zwischen der privaten Elektrizitätsgesellschaft Zofingen und der Einwohnergemeinde gut. Es ist leider nicht mehr festzustellen, welche Privatperson oder welche Unternehmung als erste elektrische Energie beziehen konnte.