Unfall auf A1

«Im besten Fall ist die Autobahn am Abend in Richtung Zürich frei»

Die Arbeiten an der beschädigten Brücke laufen mit Hochdruck. Die Experten hoffen, die Autobahn A1 zumindest einspurig in Richtung Bern-Zürich in den Abendstunden freizugeben. Der Feierabendverkehr dürfte aber dennoch für ein Chaos sorgen.

Die bei einer Kollision mit einem Bagger beschädigte Brücke ist laut Andreas Rüegger, Bereichsleiter Support beim Bundesamt für Strassen (Astra) rund 45 Jahre alt. „Es handelt sich um eine Konstruktion mit Beton-Hohlkörpern und Stahlseilen, die in den späten 1960er-Jahren zusammen mit der Autobahn gebaut wurde."

Derzeit sei die Brücke stark einsturzgefährdet, deshalb müsse sie mit Gerüsten gestützt werden. „Wir hoffen, dass wir die Fahrbahn in Richtung Zürich in den Abendstunden wieder freigeben können", sagt Rüegger.

Auf der anderen Seite, in Fahrtrichtung Bern, müssten die Löcher in den Brücken-Hohlkörpern zumindest provisorisch verschalt und repariert werden, was länger dauern dürfte. „Wir können die Autobahn nicht freigeben, solange die Gefahr besteht, das noch Betonstücke herunterfallen und Automobilisten gefährden könnten", hält der Astra-Vertreter fest.

Den betreffenden Autobahnabschnitt passieren täglich rund 120'000 Fahrzeuge.

Bagger war wohl falsch geladen

„Glücklicherweise wurden die Stahlseile offenbar nicht beschädigt, sonst wäre die Brücke wohl direkt nach dem Unfall eingestürzt", sagt Rüegger weiter. Er geht davon aus, dass der Bagger, welcher die Brücke beschädigte, falsch geladen war. „Die lichte Höhe der Brücke über der Autobahn beträgt 4.50 Meter, ein Lastwagen darf mit Ladung nicht höher sein als 4 Meter", erläutert Rüegger.

Dennoch sei es in der Vergangenheit schon zweimal vorgekommen, dass ein Fahrzeug die Brücke touchiert habe. „Dabei gab es aber nur kleine Schäden, der heutige Fall ist im Vergleich dazu sehr massiv", führt Rüegger aus.

Hans Hürzeler, Bereichsleiter Kunstbauten beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, erinnert sich an einen ähnlichen Unfall bei der Spatzenhag-Brücke auf der Suhrentalstrasse. „Im Jahr 2000 prallte auch ein Bagger, der auf einem Anhänger geladen war, in die Brücke. Weil diese aber aus einer massiven Betonplatte besteht, waren die Schäden viel geringer", sagt Hürzeler.

Damals habe sich der Baggerarm durch die Erschütterungen bei der Fahrt nach oben bewegt und dann an der Brücke angeschlagen. „Das kommt immer wieder vor, ich kann mich aber auch auf Kantonsstrassen nicht an einen Fall mit so grossen Schäden erinnern, wie heute auf der Autobahn", erklärt der Brückenexperte.

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