Asylunterkünfte

Im Aargau werden Asylsuchende bald in Spitalkellern untergebracht

Im Kantonsspital Baden sollen in den kommenden Wochen die ersten Asylsuchenden einziehen.

Im Kantonsspital Baden sollen in den kommenden Wochen die ersten Asylsuchenden einziehen.

Der Kanton Aargau schafft weitere Plätze für neu eintreffende Asylbewerber. Er will künftig in den unterirdisch gelegenen, so genannten Geschützten Operationsstellen (GOPS) der Spitäler Baden, Laufenburg, Muri und Aarau Unterkünfte einrichten.

Weil die Kantonalen Asylunterkünfte bereits vollständig belegt sind und der Zustrom von Asylsuchenden noch nie so hoch war, spitzt sich die Situation im Kanton Aargau zu. Neue Unterkünfte wie beispielsweise jene im «Sternen» in Menziken oder jene in Aarburg sind rar und werden begleitet von grossem Widerstand. 

Asylbewerber sollen in Spitalkeller untergebracht werden

Asylbewerber sollen in Spitalkeller untergebracht werden

Daher hat der Kanton nun beschlossen, künftig auch in den unterirdisch gelegenen, so genannten Geschützten Operationsstellen (GOPS) der aargauischen Spitäler kurz- und mittelfristige Unterkünfte einzurichten, wie das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Mittwochmorgen mitteilt.

Baden macht den Anfang

Konkret betrifft es die Spitäler Baden, Laufenburg und Muri. Als erste wird in den kommenden Wochen die GOPS des Kantonspitals Baden in eine Asylbewerberunterkunft umfunktioniert, wie das DGS schreibt. Die GOPS des Kantonsspitals Aarau soll nur im Notfall in Betrieb genommen werden, da im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonspitals bereits rund 120 Unterbringungsplätze eingerichtet wurden.

Falls die Kapazität nicht ausreicht, will das kantonale Departement auch unterirdische Sanitätsstellen in den Gemeinden als Asylunterkünfte nutzen. Im Sinn einer Sofortmassnahme hat der Kanton zudem bei der Armee ein Unterstützungsgesuch gestellt. Deren mobile Infrastruktur soll auf den Arealen bestehender Asylunterkünfte aufgebaut werden und so für Entlastung sorgen.

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Das Departement Hochuli räumt ein, dass die Massnahmen zwar nicht eine optimale Lösung seien, aber sie seien unumgänglich, um allen Asylsuchenden ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Die Lage beurteilt das DGS – wie dessen Sprecher Balz Bruder schon am Dienstag gegen über Tele M1 betonte – zwar als ernst, aber noch nicht als Notlage.

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Bei einer Notlage will das DGS Zivilschutzunterkünfte der Gemeinden in Unterkünfte umwandeln. Diese Massnahme werde dann notwendig, wenn nicht innert nützlicher Frist eine erhebliche Anzahl zusätzlicher Unterbringungsplätze geschaffen werden könne.

Der Kanton Aargau rechnet, dass die Zahl der vom Bund zugewiesenen Personen bis zum Jahresende rund 2500 Personen betragen wird. Allein im Juni wurden dem Kanton vom Bund 276 Asylsuchende zugewiesen. Es handelt sich dabei um die höchste je registrierte Zahl. Sie liegt deutlich über den im Jugoslawien-Krieg verzeichneten Werten.

Vorangetrieben werden im Kanton Aargau auch die Pläne für kantonale Grossunterkünfte. Ein Vorprojekt für ein Standortkonzept wurde in Angriff genommen. Ziel ist es vorerst, die Grossunterkünfte regional ausgewogen zu verteilen. (edi/sda)

«Wir können uns keine Verzögerung leisten»: Balz Bruder, Sprecher kantonalen  Departements Gesundheit und Soziales, nimmt zum verfrühten Bezug der umstrittenen Asylunterkunft in Menziken Stellung.

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