Hinter der Steckbrief-Aktion steckt einmal mehr die Aargauer Juso, wie Juso-Präsidentin Mia Gujer auf Anfrage der az bestätigt. Sie sieht wegen der Sparbemühungen von Regierung und Grossem Rat nämlich das Bildungsbudget in Gefahr. Eines ihrer Lieblingsthemen: Erst vor kurzem haben die Jungsozialisten mehrere Aargauer Kantonsschulen "abgebaut", um gegen das Spardiktat zu protestieren.

Nun also Steckbriefe. Gujer: "Wir haben von 32 Grossräten Plakate hergestellt." Konkret handelt es sich um Grossräte, die für die Abschaffung der Grundbuchabgaben waren und nun als Sündenböcke hingestellt werden. Und zwar anstelle der "bürgerlichen Mehrheit im grossen Rat".

"Gesucht: Bildungsmörder – tot oder lebendig." Das sein nicht so ernst gemeint, so Gujer: "Selbstverständlich wollen wir die Politiker und Politikerinnen nicht tot sehen. Wir haben uns lediglich für ein Wild-West-Sujet entschieden und das entsprechend gestaltet."

Jugendlicher Leichtsinn 

Der CVP-Politiker Werner Müller möchte sich zu der Aktion nicht äussern.

Viel von der Aktion hält auch der SVP-Grossrat Daniel Frautschi nicht. "Man soll doch den Demokratischen Prozess ausleben dürfen. Es ist normal, verschiedene Meinungen zu haben und diese sollen auch akzeptiert werden."

Eine Reaktion auf das Plakat kommt von seiner Seite nicht. Für ihn geht die Aktion unter "jugendlichen Leichtsinn".

Die SVP-Politikerin Stefanie Heimgartner findet es "niveaulos", mit welchen Worten die Juso um sich wirft. Die Aktion an sich nimmt sie aber mit Humor.

Der ebenfalls als "Bildungsmörder" angeprangerte SVP-Grossrat Martin Keller wusste von der Aktion gänzlich nichts: Er befindet sich zurzeit im indischen Rajasthan – dort unterstützt er unter anderem eine Schule, sowohl finanziell als auch mit Kugelschreiber und Papier.