Feuerverbot
Im Aargau darf man nur in der Nähe des Waldes kein Feuerwerk zünden

Durch die lange Trockenheit ist der Waldboden stark ausgetrocknet. Auch die vergangenen Niederschläge haben an dem nichts geändert. Am 1. August ist es deshalb verboten, näher als 200 Meter am Waldrand zu feuern oder Feuerwerk zu zünden.

Fabian Hägler
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Feuer und Feuerwerk in der Nähe von Wäldern sind über den 1.August verboten.

Feuer und Feuerwerk in der Nähe von Wäldern sind über den 1.August verboten.

Keystone

Vor zwei Wochen schien ein totales Feuerwerksverbot am 1. August im Aargau wahrscheinlich. Nun haben die Behörden entschieden: Raketen, Vulkane und andere Feuerwerkskörper sind am Samstag erlaubt, allerdings nur dann, wenn sie mehr als 200 Meter vom Waldrand entfernt gezündet werden. Dasselbe gilt für offene Feuer, ausgenommen sind nur 1.-August-Feuer von Gemeinden «mit geeigneten Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel einsatzbereite Feuerwehr», wie der Kanton mitteilt. Überdies bleibt das bereits seit dem 16. Juli geltende Feuerverbot im Wald und am Waldrand bestehen.

Waldbrandgefahr weiterhin gross

Gefällt haben den Entscheid die Vertreter der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV), der Abteilung Wald des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), der Kantonspolizei und des Kantonalen Führungsstabs (KFS) nach einer Beurteilung der aktuellen Wetterlage und der Waldbrandgefahr im Kanton am Montag. «Die Wetteraussichten für die kommenden Tage bedeuten weiterhin grosse Waldbrandgefahr im Aargau», teilt der Führungsstab mit. Dies bestätigt ein Blick auf die Gefahrenkarte des Bundesamts für Umwelt. Dort ist der Aargau nach wie vor rot eingefärbt und in Stufe 4 eingereiht, was grosse Waldbrandgefahr signalisiert.

Michel Hassler, Sprecher des kantonalen Führungsstabs, sagt auf Anfrage: «Wir beobachten die Wetterentwicklung laufend und behalten uns grundsätzlich auch andere Entscheide vor.» Wenn das Wetter in den nächsten Tagen aber nicht völlig von den Prognosen abweiche, bleibe die nun erlassene Regelung bestehen. Allerdings stehe es allen Gemeinden offen, ein vollständiges Feuer- und Feuerwerkverbot zu erlassen, «wenn sie die Situation vor Ort wegen der Trockenheit als kritisch einschätzen».

Funkenflug entschärfen

Die festgelegte Feuerwerk-Sperrzone von 200 Metern zum Wald entspricht den Empfehlungen der schweizerischen Koordinationsstelle Feuerwerk. Bei der aktuell geltenden Gefahrenstufe 4 für Waldbrände soll laut einem Merkblatt der Koordinationsstelle auch zu trockenen Feldern ein 200-Meter-Abstand eingehalten werden. Hassler sagt, dieser Abstand basiere «auf Erfahrungswerten mit Funkenflug, auch der Kanton Basel-Land wendet diese Entfernung an».

Er betont, die Behörden hätten den Entscheid gestern Montag unabhängig von möglichen wirtschaftlichen Folgen für die Feuerwerkindustrie getroffen. Das teilweise Verbot basiere einzig auf meteorologischen Prognosen und Messwerten. Hassler ergänzt, es habe keine Versuche von Feuerwerkherstellern oder - verkäufern gegeben, die Vertreter des Kantons zu beeinflussen. «Allerdings haben sich bereits heute Morgen mehrere Firmen bei uns erkundigt, ob der Entscheid über ein Verbot bereits gefallen sei», sagt der Sprecher.

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