Landesausstellung 2027
IG gegründet: Die Idee einer Expo 2027 im Aargau nimmt Formen an

Der Gewerbeverband unterstützt die Idee einer Landesausstellung im Aargau. Nun wird eine Interessengemeinschaft gegründet. Diese wird jetzt beim Bundesrat nachfragen, wann die interessierten Regionen sich bewerben sollen.

Mathias Küng
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Drei-Seen-Expo von 2001: Mit einer Landesausstellung im Aargau könnte man an ihr «Ausfahrt Aargau»-Motto anknüpfen.

Drei-Seen-Expo von 2001: Mit einer Landesausstellung im Aargau könnte man an ihr «Ausfahrt Aargau»-Motto anknüpfen.

AZ-Archiv

Vor einem Monat hat die Idee einer Landesausstellung im Aargau für Furore gesorgt. Lanciert wurde sie von Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV). Gegenüber der az machte er sich dafür stark, dass die nächste Expo im Aargau stattfinden soll.

Die Idee stiess in ersten Stellungnahmen auf gute Resonanz. SVP-Präsident Thomas Burgherr meinte: «Wir sollten hinstehen und uns bewerben.» SP/Grüne meinten allerdings, solange der Kanton derart spare, etwa bei Bildung und Gesundheit, könnten sie so eine Idee nicht mittragen. Kulturschaffende wie Thomas Pauli, Leiter Abteilung Kultur des Kantons Aargau, oder auch Andrea Lehner, Geschäftsführerin von Aargau Tourismus, zeigten sich aber von der Idee sehr angetan.

Überzeugt und mit Begeisterung

Hat die spät geborene Idee aber wirklich eine Chance, findet sich eine tragfähige Basis und schliesslich im Aargau mehrheitliche Unterstützung? Letzteres lässt sich natürlich noch nicht abschätzen, doch Kurt Schmid ist jetzt einen grossen Schritt weiter. Bei einer sehr guten Beteiligung von fast 60 Vereins- und Branchenverbandspräsidenten am Präsidententreffen des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV) konnte er diese Woche den Projektstand vorstellen. Danach fand eine Diskussion statt. Wie Schmid zur az sagt, «haben sich alle, die sich zu Wort meldeten, überzeugt und mit Begeisterung hinter die Idee des Projektes gestellt». Deutlich sei zum Ausdruck gekommen, dass eine Landesausstellung unserem Kanton gut täte. Unser Kanton sei mit seiner regionalen Diversität für eine Landesausstellung bestens geeignet.

Für 2027 geplant

2027 soll die nächste Landesausstellung stattfinden. Bisher bekannt ist erst das Interesse der Kantone St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden. Sie arbeiten gemeinsam auf diesen Anlass hin.

Schmid selbst stellte die vor einem Monat in ersten Reaktionen aufgeworfene Frage zur Diskussion, ob man eine Expo zusammen mit Nachbarkantonen machen solle. Doch in keinem Votum sei eine solche Ausdehnung des Projektkreises auf die gesamte Nordwestschweiz gewünscht worden. Im Gegenteil hiess es: «Der Aargau kann das.» In der Grundsatzabstimmung beschlossen die Präsidenten schliesslich einstimmig, das Projekt weiterzuverfolgen.

Ziel: IG mit ganz breiter Basis

Schmid zeigt sich gegenüber der az hocherfreut über das enorme Interesse und die einstimmige Unterstützung. Doch wie geht es weiter? Jetzt soll eine Interessengemeinschaft (IG) gebildet werden, die alle Interessen des Kantons einbinden soll. Sie hat zu prüfen, ob sich der Aargau für die nächste Expo ins Spiel bringen soll. Dazu wird der AGV in der nächsten «Aargauer Wirtschaft» aufrufen. Die IG soll aber nicht von der Wirtschaft oder vom AGV dominiert werden, betont Schmid: «Sie soll eine möglichst breite, politisch unabhängige Basis haben.» Das ist ihm sehr wichtig. Nur so gelinge es, alle Kräfte zusammenzunehmen. Schmid: «Es geht hier um die Sache, nicht um den Gewerbeverband.» Er selbst hatte schon viele positive Rückmeldungen und auch Angebote von Leuten, die sich engagieren möchten. Namen nennt er nicht, auch noch keinen Zeitplan. Er wolle nicht vorgreifen und die Idee nicht schon in eine Richtung oder einen bestimmten Zeithorizont drängen, sagt Schmid. Als Erstes wird die IG aber beim Bundesrat nachfragen, bis wann interessierte Regionen ihre Expo-Bewerbung einbringen müssen.

Für einen flankierenden Vorstoss im Grossen Rat sei es noch zu früh, sagt Schmid. Dafür brauchte man eine breitere Grundlage, als sie heute bestehe. Denn für eine Aargauer Expo gibt es noch nicht einmal ein Konzept. Und zwar ganz bewusst nicht, so Schmid. Er wolle den Inhalten in keiner Weise vorgreifen. Es ist ja auch noch Zeit dafür, schliesslich findet die nächste Expo frühestens 2027 statt. Für Schmid dürfte es sogar einige Jahre später sein. Den einstigen 25-Jahr-Rhythmus könne die Schweiz aus finanziellen Gründen kaum aufrechterhalten.

Selbstbewusst auftreten

Er hofft sehr, dass sich der Aargau im Ergebnis aller kommenden Diskussionen als Expo-Standort bewerben wird. Der AGV-Präsident bekräftigt, dafür könnte man auch auf bestehende Strukturen abstützen. Er will keinen teuren Gigantismus. Schmid selbstbewusst: «Wenn ein Kanton das stemmen kann, dann der Aargau.»

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