Leserwandern
Idyllisch, happig, appenzellisch: Leserwanderer sind begeistert von 8. Etappe

Die 8. Etappe des Leserwanderns führte über die Jurahöhen in die Wolfsschlucht. Die enge Schlucht war zweifellos ein dramatischer und romantischer Höhepunkt. Dafür sorgte nicht zuletzt der Hund von Kantonsrätin Nicole Hirt.

Urs Byland
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Vom Bahnhof Gännsbrunnen aus gings los
33 Bilder
Erste Station war die Kapelle in Gänsbrunnen
Michael Bur, Projektleiter Naturpark Thal, führte die Wanderung.
Mit dabei auch Kantonsrätin Nicole Hirt.
Wenig später gabs bereits ein Modell der Kirche zu bestaunen.
Weiter gings auf den Malsenberg.
Der Anstieg war immerhin gleichmässig.
Nein, die Wanderer lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Boden.
Er unterhielt mit einem Gedicht.
Endlich oben, wo es flacher wird.
Redaktor Urs Byland im Gespräch.
Unweit vom Probstenberg wird eine alte Trockenmauer nachgebaut.
Die 36 heutigen az-Leserwanderer.
Mit dabei auch Kantonsrat Martin Flury.
Die Trockenmauer bezeichnet auch die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Solothurn.
Hinunter gings auf den Hinter Brandberg.
Dort offerierte das Trockenmauer-Projekt einen Apéro.
Wirt William Beguelin öffnete sein Restaurant extra für die Leserwanderer.
Pause beim Abstieg.
Die Sicht auf Welschenrohr lud ein.
Angeregte Gespräche gab es, auch wenn sich die Wanderer zuvor nicht kannten.
Weiter ging es in die Wolfsschlucht.
Die Schlucht ist sehr romantisch.
Noch liegt viel Holz von Lothar.
Immer wieder sind in der Wolfschlucht andere Stimmungen zu sehen.
Auch Parry war wieder dabei.
Etappe 8 des Leserwanderns führt in die Wolfsschlucht
Jetzt fehlten nur noch wenige Meter.
Und die Wanderung war zu Ende.
Er hatte keine Hemmungen, ein Bad zu nehmen.

Vom Bahnhof Gännsbrunnen aus gings los

Lucien Fluri und Urs Byland

Vor Jahrhunderten erlaubte die Obrigkeit auch dem gemeinen Volk Jagd auf Wölfe zu machen, was diese auch ausgiebig tat. Der Name der Wolfsschlucht ist aber erst zirka 100 Jahre alt.

Dies und mehr erfuhren die 36 Wanderinnen und Wanderer, die sich auf die 8. Etappe von Gänsbrunnen zur Wolfsschlucht wagten, von Wanderleiter Michael Bur, Projektleiter Naturpark Thal. Die Tour war mit 556 Meter Aufstieg und 672 Meter Abstieg happig, aber auch sehr abwechslungsreich.

Besuchten die Wanderer am Vortag den höchsten Punkt des Kanton Solothurns, folgte mit der 8. Etappe die laut Wanderleiter Michael Bur „schönste" Etappe.

Der sanfte Anstieg vom doch schon recht hoch gelegenen Gänsbrunnen zum Malsenberg auf 1100 Meter Höhe führte durch ein langes Waldstück.

Kalk für die Zuckerproduktion

Michael Bur erklärte, dass das in Gänsbrunnen gebrochene Kalk beinahe gänzlich für die Zuckerproduktion verwendet wird. Bauer und Kantonsrat Martin Flury aus Deitingen bestätigte dies.

Oben belohnte die Aussicht über die welligen Jurahochebenen bis zum Schwarzwald. Hier erhielt man eine Idee, was der Naturpark Thal sein könnte. Eine Region, in der mit naturnaher Wirtschaft eine intakte Umwelt gefördert wird.

Eindrücklich einige Meter weiter die Trockensteinmauer, an der in den letzten Jahren gegen 1000 Menschen im Rahmen von Workshops freiwillig mitgearbeitet haben, und deren Bau im Herbst beendet sein wird.

500 Meter Trockenmauer war einst Grenze

500 Meter lang ist die Grenzmauer zwischen den Kantonen Bern und Solothurn, die früher auch für kurze Zeit Landesgrenze zwischen Schweiz und Frankreich war. Auf dem Hinterbrandberg wurde mit 1162 Metern der höchste Punkt der Etappe erreicht.

Hier hatte die Landschaft mit steilen Krächen schon fast appenzellische Dimensionen. Steil ging es im Wald den Rindenberg hinunter Richtung Wolfsschlucht. Der Instinkt des Hundes von Kantonsrätin Nicole Hirt brach durch und der Hund aus. Dabei riss er die Grenchnerin fast in den Abgrund.

Beste Begründung für das stete Hin- und Herlaufen des Hundes auf dem steilen Weg war dessen Furcht, seine „Herde" nicht beieinander halten zu können. Der Einstieg in die Wolfsschlucht hätte dramatischer und gleichzeitig romantischer nicht sein können.

Links und rechts in der naturbelassenen, engen Schlucht, die ohne grosses Mobiliar wie Brücken, Bänke oder Geländer und ausgebaute Wege auskommt, erhebt sich der Fels einige hundert Meter in die Höhe.

Wie riesige Dächer wirken die überhängenden Partien, die jederzeit abzubrechen drohen. Auf einer Höhe von zirka 600 Meter über Meer „spuckte" die Schlucht die Wanderer gleich neben einer Bushaltestelle wieder aus.