Aargau für Aktive
Hüpfend, wandernd oder schwimmend ins Jahresende – elf Ausflugstipps für die Altjahrswoche

Schneeballschlachten lassen sich im Flachland in der diesjährigen Altjahrswoche keine schlagen. Also Anschauungsunterricht bei den Römern nehmen? Oder im Pub beim britschen Fussball? Elf Ausflugstipps aus der Redaktion.

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Das Eisfeld «Campus IceDream» auf dem Campusareal Brugg-Windisch.

Das Eisfeld «Campus IceDream» auf dem Campusareal Brugg-Windisch.

Schlangenbrot über dem offenen Feuer backen

Bräteln geht auch im Winter – und ist mindestens so idyllisch. Wer sich sein über dem Feuer gebackenes Schlangenbrot oder den Cervelat so richtig verdienen möchte, marschiert einen Teil der Chänzelitour von der Oberen Gasse in Baden via St.-Niklaus-Stiege und Ruine Stein durch den Österliwald zum Aussichtspunkt Martinsberg-Chänzeli. Dauer: knapp eine Stunde. Deutlich flacher ist der halbstündige Weg zum Kappisee, der vorbei am Grand Casino, Hotel Du Parc und Museum Langmatt bis zum Badener Kraftwerk führt. Die RVBW-Linie 9 fährt direkt vom Bahnhof Ost zum Kappisee. Und wer weder Lust auf lange Märsche noch auf Holz sammeln hat, kann seinen Teig auch über der Feuerstelle beim Winterzauber auf dem Bahnhofplatz knusprig backen.

Das Wild Kids in Bad Säckingen – Action pur

Das Wild Kids in Bad Säckingen lässt so manches Kinderherz höherschlagen. Auch an die Erwachsenen ist gedacht, sowohl bei der Unterhaltung – die Spielgeräte dürfen auch von Erwachsenen mitbenützt werden – als auch beim Budget, denn Picknick darf mitgebracht werden. In familiärer Atmosphäre bietet das Freizeitcenter Trampoline, Hüpfburgen und andere Spielgeräte namens Teufelsrad, Riesen-Wabbelberg oder rollende Tonne an. Vom 27. bis 30. Dezember hat das Wild Kids täglich von 11 bis 19 Uhr die Türen geöffnet. Für Kinder ab 2 Jahren kostet der Eintritt 7 Euro, Erwachsene bezahlen 3 Euro und ein Familien-Ticket für vier kostet 18 Euro. Das Center ist nur einen Steinwurf vom Fricktal entfernt und leicht zu finden, wenn man von Bad Säckingen aus Richtung Laufenburg fährt.

Winterspaziergang mit Thermalbadbesuch

Der Achenberg, eine Lichtung oberhalb von Bad Zurzach, ist nicht nur ein geschichtsträchtiger Ort, das Plateau lädt auch ohne Schnee zu winterlichen Erkundungstouren für die ganze Familie ein. Idealer Ausgangspunkt ist der Parkplatz beim Start des Vita-Parcours. Über die Ebene führt der Weg zur Loretto-Kapelle aus dem Jahre 1662, wo der Blick Richtung Schwarzwald frei wird. Auf dem Rückweg freut sich die Familie Heuberger über ihren Besuch (ab 17 Uhr, 28. – 30. Dezember, www.achenberg.ch). Die urig-gemütliche Beiz verwöhnt die Gäste mit währschafter Küche. Wer nach viel frischer Luft noch Lust auf mildere Temperaturen verspürt, dem sei das Thermalbad in Bad Zurzach empfohlen (keine 3 Kilometer vom Achenberg entfernt). Das Bad hat über die Feiertage durchgehend geöffnet (alle weiteren Informationen im Internet auf www.thermalbad.ch).

Auf den Spuren der Römer in Brugg

Einen Einblick in den Alltag der Römer bietet das Vindonissa-Museum Brugg. Wie haben sie im einzigen römischen Legionslager der Schweiz gelebt? Welche Kleider trugen sie? Welche Waffen kamen zum Einsatz? Präsentiert werden die bedeutendsten Funde aus mehr als 100 Jahren Ausgrabungen. Das Modell des Legionslagers bildet das Zentrum der Ausstellung. Ergänzt werden die Exponate durch Hörgeschichten und Spiele. Aktuell wird in einer Vitrine der Münzschatz von Ueken gezeigt, den ein Landwirt per Zufall in seinem Kirschbaumgarten entdeckte. «Kampf um Neros Erbe − die Helvetier zwischen den Fronten», heisst der Titel der laufenden Sonderausstellung. Und am Dreikönigstag wird das Themenjahr «Kaiser, Könige und Königin» mit einem Königskuchen eröffnet. Begleitet wird die Veranstaltung von David Bröckelmann als Kaiser Nero, Samuel Kübler als König Louis XI. und Salomé Jantz in der Rolle der Habsburger Königin Agnes von Ungarn. Das Vindonissa-Museum ist geöffnet von Dienstag bis Freitag und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr. Geschlossen ist es am 31. Dezember und am 1. Januar. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 10 Franken, für Kinder 4 Franken. Senioren und Studenten zahlen 7 Franken, ein Familienbillett ist für 20 Franken zu haben.

Das Wagnis Kunst einzugehen

Ins Kunsthaus gehen? Für viele Leute ist das schwer vorstellbar. Gerade jetzt wird es ihnen besonders leicht gemacht, das Wagnis Kunst einzugehen. Bis am 1. Januar findet in Aarau die in der Regel populärste Ausstellung des Jahres statt. Unter dem Titel «Auswahl 16» wird gezeigt, was Künstler mit irgendeinem Bezug zum Aargau in den letzten Monaten geschaffen haben. Längst nicht alle der 184 Künstler, die gerne ausgestellt hätten, haben
den Sprung ins Kunsthaus geschafft. Die Jury hat nur die 72 Besten berücksichtigt. Mit einer Spezialausstellung kann sich dieses Jahr Paul Takács präsentieren.

Kunsthaus Aarau, Dienstag bis Freitag 10 bis 17 Uhr (Donnerstag bis 20 Uhr); Silvester 10 bis 17 Uhr; Neujahr 10 bis 19 Uhr. Eintritt: 15/10 Fr. (bis 16 Jahre gratis).

Tierpark und Sagenweg in Waltenschwil

Oberhalb von Waltenschwil im Freiamt gibt es seit Jahrzehnten einen Tierpark mit Damhirschen, der von einer privaten Trägerschaft betrieben wird. Seit 2010 ist unmittelbar daneben der Sagenweg von «Erlebnis Freiamt» eingerichtet. Die Installation präsentiert mit Skulpturen und Tafeln verschiedene Freiämter Sagen und ist auch für Kinder ein Erlebnis. Verpflegungsmöglichkeit gibt es vor Ort keine, unmittelbar neben dem Tierpark ist eine schöne Brätlistelle. Zum Waltenschwiler Tierpark und dem Sagenweg kommt man mit dem öffentlichen Verkehr ab Wohlen (Postauto der Linie 50.341). Von der Haltestelle Hessel in Waltenschwil aus sind es rund 10 Minuten Fussmarsch. Wer mit Privatfahrzeugen anreist, muss bei der Bushaltestelle Hessel oder an der Grintenstrasse parkieren und von dort aus einen kurzen Fussmarsch in Kauf nehmen.

Fussball-Fankultur mitten in Baden

Fussballfans aufgepasst: Es gibt kaum einen besseren Ort als das Mr. Pickwick Pub in Baden, um sich vom Weihnachts- und Bescherungsstress zu erholen. Einen Tag und Abend lang am Tisch zu sitzen, sich einen Match nach dem anderen anzuschauen, zusammen mit Kumpels und viel Bier – das ist Fussball-Fankultur. Während die Schweizer Super League pausiert, geben sich die Kicker auf der Britischen Insel diese Woche fast täglich auf die Knochen. Die Topspiele zeigt das Pickwick Pub alle live: am Dienstagabend Liverpool gegen Stoke (18.15 Uhr), am Mittwoch Southampton gegen Tottenham (20.45 Uhr), am Freitag Hull City gegen Everton (21 Uhr), am Samstag die Rangers gegen Celtic (13.15 Uhr) und Liverpool gegen Manchester City (18.30 Uhr) und am Neujahrstag Arsenal gegen Crystal Palace (17 Uhr).

Mr. Pickwick Pub Baden, Löwenplatz 8, 5400 Baden. Hat diese Woche jeden Tag geöffnet, ab 11.30 Uhr bis mindestens Mitternacht, am Freitag und Samstag bis 2 und 3 Uhr morgens. 1. Januar: 14 bis 24 Uhr.

Spezielles «Oben ohne»-Erlebnis entlang der Aare

Flachsee, Hallwilersee, Klingnauer Stausee: Der Aargau ist reich an Gewässern, die sich für eine Umwanderung eignen. Im Winter ist die Vegetation oben ohne – die Blätter fehlen. Das ermöglicht spezielle Ein- und Ausblicke. Nicht nur um die Seen, sondern auch auf dem Aare-Abschnitt zwischen Aarau und Brugg. Wer von Stadt zu Stadt läuft, ist gut vier Stunden unterwegs (Velofahrer sind natürlich schneller). Es ist möglich, nur eine Teilstrecke zu absolvieren: In Schinznach-Bad, Holderbank, Wildegg und Rupperswil hat es Bahnhöfe (in Gehdistanz von der Aare). Dank des Projektes Auenschutzpark Aargau ist der Abschnitt zwischen Aarau und Wildegg stark aufgewertet worden. Es wäre ein Glücksfall, wenn man einen Biber zu Gesicht bekäme. Gut zu sehen sind aber die Bäume, die die Nager gefällt haben.

Naherholung über dem Nebel – auf dem Horben

Der Horben liegt auf 818 Metern über Meer, und deshalb ist es dort oft sonnig, wenn über dem Mittelland dicker Nebel liegt. Bei schönem Wetter bietet sich eine herrliche Aussicht bis in die Innerschweizer Voralpen. Die Freiämterinnen und Freiämter nützen das Naherholungsgebiet gerne für ausgedehnte Spaziergänge. Wenn genügend Schnee liegt, ist zudem die Horben-Loipe gespurt und der Skilift in Betrieb. Es gibt auch attraktive Schlittelmöglichkeiten. Verpflegen kann man sich in der Alpwirtschaft Horben. Webcam zur aktuellen Wetterlage und Öffnungszeiten unter www.horben.ch. Der Horben ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erschlossen. Busse verkehren ab Muri bis Beinwil und zeitweise bis Brunnwil, von dort ist ein längerer Fussmarsch nötig. Für Motorfahrzeuge gibt es genügend Parkplätze (Anfahrt über Muri, Beinwil, Brunnwil).

«Campus IceDream» – Feiertagsstress auf Eis gelegt

Das Eisfeld «Campus IceDream» auf dem Campusareal Brugg-Windisch.

Das Eisfeld «Campus IceDream» auf dem Campusareal Brugg-Windisch.

Wer ein Erlebnis für Jung und Alt sucht, der findet es auf dem Campusareal Brugg-Windisch. Dort bietet das Eisfeld «Campus IceDream» noch bis zum 8. Januar Fahrspass auf einer Fläche von 300 Quadratmetern. Das Eisfeld ist montags bis freitags von 14 bis 21 Uhr und am Wochenende zwischen 11 und 21 Uhr geöffnet. Auch am 1. Januar steht die Eislaufbahn von 14 bis 21 Uhr den Besuchern zur Verfügung. Kinder bis 16 Jahre bezahlen zwei Franken, Erwachsene vier Franken für den Eintritt. Schlittschuhe und Eislaufhilfen können für fünf Franken pro Tag gemietet werden. Neben dem Schlittschuhlaufen werden auf dem Eisfeld auch Eisstockschiessen, Pondhockey oder Ice-Disco angeboten. Nach einem Tag auf dem Eis kann man sich anschliessend im gemütlichen Gastro-Chalet oder auch im beheizten Fonduezelt neben dem Eisfeld aufwärmen. Kulinarisch wird den Besuchern einiges geboten: von Raclette über Pommes frites und Waffeln bis hin zum traditionellen Glühwein.

Sebastiani-Singen – Mystik und schöne Melodien

Seit 1541 gibt es die Sebastiani Bruderschaft Rheinfelden. Sie wurde gegründet, weil eine Pestepidemie ausgebrochen war; man meinte, die tödliche Krankheit werde über das Brunnenwasser übertragen. Die lange Tradition besagt nun, dass die zwölf Brüder am 24. und 31. Dezember jeweils einen Rundgang zu den sechs Brunnen in der Stadt ablaufen. Richtig feierlich wird einem zumute, wenn die zwölf Männer bei jedem Brunnen ihr Lied anstimmen, um Gott um Gnade zu bitten und Elend abzuwenden. Das etwas andere Silvesterprogramm startet um 21 Uhr bei der Stadtkirche St. Martin.

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