Alkohol am Steuer

Horror-Unfälle von Rohr und Suhr: Die Lenker waren betrunken

Bei zwei schrecklichen Unfällen im letzten Oktober sind zwei Autofahrer ums Leben gekommen. Nun sind die Ermittlungen in beiden Fällen abgeschlossen. Die Unfälle wurden verursacht, weil die Fahrer stark alkoholisiert waren.

Im Oktober 2014 kam es in Rohr zu einem tödlichen Unfall. Ein Auto donnerte ungebremst durch einen Zaun und fiel 50 Meter tief in ein Tobel, der Fahrer wurde aus dem Auto geschleudert. In Suhr kommt ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn und kracht frontal in ein korrekt entgegenkommendes Fahrzeug. Beide Fahrer sterben, beide hatten zu viel Alkohol getrunken. Diese Fälle sind keine Ausnahmen, wie ein Beitrag des Regionalsenders Tele M1 zeigt.

Vermehrt Unfälle wegen Trunkenheit am Steuer

Vermehrt Unfälle wegen Trunkenheit am Steuer

Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu beiden Fällen abgeschlossen. Zum Selbstunfall in Rohr hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet, wie Sprecherin Fiona Strebel erklärt: «Die Obduktion hat ergeben, dass der Mann an den Folgen des Unfalls verstorben ist. Es lag kein medizinisches Problem vor, der Mann war stark alkoholisiert.»

Auch beim Unfall in Suhr wurden die Ermittlungen eingestellt. Der 22-jährige Unfallverursacher war ebenfalls betrunken, zudem waren seine Reifen abgefahren.

Tödlicher Unfall in Suhr - sind abgelaufene Reifen schuld?

Tödlicher Unfall in Suhr - sind abgelaufene Reifen schuld? (11. Oktober 2014)

Er fordert eine Fahrabstinenz

Hansjörg Basler ist in seiner Vergangenheit schon mehrmals alkoholisiert Auto gefahren. Heute fordert der 63-Jährige eine Null-Promillegrenze. Man solle konsequent sein und gar keinen Alkohol konsumieren, wenn man fährt. «Feierabendbier ja, aber dann nicht mehr fahren. Es sollte eine Fahrabstinenz geben», sagt er. Ein oder zwei Bier könnten schon zu viel sein.

Basler musste seinen Führerausweis für ein Jahr abgeben und ein Abstinenzprogramm absolvieren. «Das ist eine Wahnsinnstortur, es ist auch sehr kostenaufwendig», sagt er. Der ganze Fall kam ihn teuer zu stehen, insgesamt 40 000 Franken hat die Behandlung gekostet.

Tödlicher Selbstunfall in Rohr

Tödlicher Selbstunfall in Rohr (7. Oktober 2014)

Im Kanton Aargau sind die Zahlen von Unfällen unter Alkoholeinfluss leicht gestiegen. Letztes Jahr waren es 216, ein Jahr vorher noch zehn weniger.

Für die Polizei sind betrunkene Autofahrer eine Herausforderung, wie Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, erklärt: «Es ist für die Polizei schwierig herauszufinden, welche Verkehrsteilnehmer alkoholisiert sind. Man setzt Schwerpunkte, macht Kontrollen in der Nacht, aber auch am Tag. Dieses Thema wird uns sicher noch weiter beschäftigen und wir rufen alle dazu auf, die vorgeschriebenen Grenzen einzuhalten. Denn die Konsequenzen sind enorm.»

Anfangs Juni hat die Kapo Aargau in einer europaweiten Aktion 30 alkoholisierte Autofahrer angezeigt. (jgl)

Die Bilder vom tödlichen Selbstunfall in Rohr:

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