«Wenn wir im Herbst wieder einen Wähleranteil von 38 Prozent erreichen, lasse ich mir eine Frisur wie Andreas Thiel machen.» Das sagte SVP-Präsident Thomas Burgherr am Mittwoch am Nominationsparteitag in Rothrist.

Zumindest der Satiriker, der vor den Delegierten der Aargauer Volkspartei auftrat, nahm Burgherrs Ansage durchaus ernst. Thiel sagte, er könne dem Nationalrat einen Coiffeur und auch die passenden Farben für eine gelungene bunte Irokesenfrisur empfehlen.

In den sozialen Medien löste Burgherrs Ansage unterschiedliche Reaktionen aus. Parteikollege Clemens Hochreuter, der ebenfalls auf der SVP-Nationalratsliste steht, teilte den AZ-Artikel auf Facebook und schrieb dazu: «Wählt uns! Ich will unseren Präsidenten mit Irokesenfrisur sehen!»

Völlig anders reagierte Grünen-Kandidat Christian Keller, der Burgherrs Aktion auf Twitter als Sauglattismus kritisierte und dazu schrieb: «Wetten, dass der Präsident der SVP Aargau selbst nicht daran glaubt, dass er im Herbst mit einer Thiel-Frisur herumlaufen muss?» 

Burgherr selber schrieb auf Facebook, im Aargau wolle die SVP ihre sieben Nationalratssitze sichern und den Ständeratssitz zurückerobern. «Dafür löse ich mein Wahlversprechen sehr gern ein!»

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass die stärkste Partei im Aargau dieses Jahr erneut auf 38 Prozent Wähleranteil kommt? Immerhin ist dieser Wert der höchste, den die SVP bisher erreicht hat, 2003 waren es 34,6 Prozent, 2007 dann 36,2 Prozent, 2011 nach einem leichten Rückgang noch 34,7 Prozent.

Thomas Burgherr sagt auf Anfrage, wegen der Abgänge von vier Bisherigen werde der Wahlkampf für die SVP zwar schwierig. «Aber das gibt auch Chancen für neue Kandidaten, von hinteren Listenplätzen vorzustossen», ergänzt er. Alle 16 Nominierten würden sich mit viel Engagement in den Wahlkampf stürzen, deshalb sei er zuversichtlich, dass die SVP erneut auf einen Wähleranteil von 38 Prozent kommen könne. Dennoch relativiert der SVP-Kantonalpräsident seine Ansage vom Mittwoch ein bisschen. «Ich würde die Irokesenfrisur nicht ständig tragen, sondern vielleicht für zwei, drei Tage.»

Das sind die SVP-Kandidaten für den Nationalrat: