Junglenker
Hohe Strafen nach Bagatell-Unfällen: Werden Junglenker benachteiligt?

Weil er sich darüber wundert, dass scheinbar vielen Junglenkern bei Bagatell-Unfällen der Fahrausweis entzogen wird, hat CVP-Grossrat Martin Steinacher-Eckert eine Interpellation im Grossen Rat eingereicht.

Janine Müller
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Werden Junglenker härter bestraft? (Symbolbild)

Werden Junglenker härter bestraft? (Symbolbild)

Keystone

Martin Steinacher-Eckert hat zwei Kinder im Alter von 18 bis 21 Jahren. Junglenker also. Aus deren Freundeskreis hat der CVP-Grossrat erfahren, dass jungen Lenkern scheinbar schon bei Bagatellunfällen (beispielsweise beim Kollidieren mit einer Leitplanke) der Ausweis entzogen wird.

In seinem Vorstoss schreibt Martin Steinacher-Eckert, wie «auffällig es ist, wie viele Ausweisentzüge schon bei Bagatellunfällen vorgenommen werden». Genaue Zahlen liegen ihm zwar nicht vor, er hat aber von einigen Vorfällen im Umfeld seiner Kinder vernommen.

Nun will er es genau wissen und hat eine Interpellation eingereicht. «Wie hoch ist die Anzahl Ausweisentzüge von Junglenkern im Kanton Aargau pro Jahr und wie ist der Vergleich zu anderen Kantonen?», will er beispielsweise wissen. Oder: «Ist es allenfalls sinnvoll, die harte Ausweisentzugspraxis bei Junglenkern etwas zu lockern, damit vor allem gefährliche Lenker und Wiederholungstäter bestraft werden?»

Strafe in keinem Verhältnis

Steinacher-Eckert kritisiert vor allem die hohen Strafen (Ausweisentzug) und die hohen Administrationskosten. «Selbst bei Kleinunfällen geht alles über die Staatsanwaltschaft, die dann über die Bussenhöhe entscheidet», sagt er. Dann kämen noch enorme administrative Kosten dazu, zusätzlich zu den Bussen zwischen 700 und 800 Franken. Viel Geld für junge Menschen.

Ihn ärgert es vor allem, wenn man diese Konsequenzen mit der Bestrafung von «älteren Verkehrssündern mit mittelschweren Verkehrsregelverletzungen oder gar Rasern» vergleicht. Das sei in keinem Verhältnis.

Je nach Antwort des Regierungsrats will Steinacher-Eckert dann mit einem Postulat oder einer Motion reagieren. «Sollten die Zahlen aber nicht so dramatisch sein, werde ich es dabei belassen.»

Seit 2005 erhalten Neulenker eines Autos oder Motorrads den Fahrausweis für drei Jahre auf Probe. Wird in dieser Zeit einmal der Ausweis entzogen, verlängert sich die Probezeit um ein Jahr. Eine zweite Verfehlung führt zur Annullation des Führerscheins.