Bundesgericht
Hohe Strafe für Mann, der seine Ex-Geliebte und ihre Kinder terrorisiert

Das Bundesgericht schützt die hohe Strafe gegen einen Mann, der seine Ex-Geliebte und deren Kinder in Angst versetzte.

Urs-Peter Inderbitzin
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Das Bundesgericht in Lausanne urteilte ganz im Sinne der Ex-Geliebten.

Das Bundesgericht in Lausanne urteilte ganz im Sinne der Ex-Geliebten.

KEYSTONE

Die Aargauer Justiz hat einen Mann zu Recht wegen mehrfacher Drohung und Hausfriedensbruchs zu einer Geldstrafe von 60 000 Franken sowie zu einer Busse von 10 000 Franken verurteilt. Der Mann hatte seine Ex-Geliebte und deren Kinder durch seine Aktionen in Angst und Schrecken versetzt.

So sah es das Obergericht als erwiesen an, dass der Verurteilte seiner Ex-Geliebten angekündigt hatte, er werde bei ihrem Arbeitgeber Terror machen und dafür sorgen, dass sie ihren Job verliere. Entsprechend dieser Ankündigung erschien der Mann später auf dem Parkplatz des Arbeitgebers und drohte der Ex-Geliebten, er werde sie kaputtmachen und ihre Existenz zerstören.

Auch die beiden Kinder der Ex-Geliebten liess der Verurteilte nicht in Ruhe. Wenn er rot sehe, so seine Aussage gegenüber den Kindern, werde er es schon richtig machen und mit dem Auto mit vollem Tempo ihre Mutter überfahren, damit alles vorbei sei. Nachträglich behauptete der Mann, die Drohung sei ironisch gemeint gewesen und es habe sich um einen «geschmacksverirrten Scherz» gehandelt. Auch vor ungewöhnlichen Aktionen liess sich der Verurteilte nicht abhalten. Laut Obergericht war der Mann in deren Wohnung eingedrungen und hatte dort zwei blaue Cola-Gläser entwendet, welche er später einer der Töchter übergab.

Von Kamera gefilmt

Wie der Mann in die Wohnung gelangte, ist unbekannt. Aufgrund mehrerer Sachbeschädigungen in der Garagenbox der Ex-Geliebten installierte die Kantonspolizei Aargau vorübergehend eine Überwachungskamera. Prompt wurde der Verurteilte gefilmt, als er in die Garage eindrang. All diese Aktionen unternahm der Mann, obschon es ihm gerichtlich verboten war, sich der Wohnung der Ex-Geliebten auf weniger als 100 Meter zu nähern.

Aufgrund dieser Vorkommnisse sprach das Obergericht den Mann der mehrfachen Drohung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 300 Franken sowie zu einer Busse von 10 000 Franken.

Das Bundesgericht hat dieses Urteil nun bestätigt und alle Einwände des Verurteilten abgewiesen. Der Verurteilte hatte in Lausanne argumentiert, die Ex-Geliebte habe zu Unrecht ein Strafverfahren gegen ihn angezettelt, um sich an ihm zu rächen. Die Frau sei keineswegs das Opfer, für welches sie sich ausgebe.

Urteil 6B_656/2017