Aargauer Wirtschaft
Hofmann: «Grundsätzlich ist der Alstom-Entscheid positiv für den Aargau»

Für Regierungsrat und Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) war der Entscheid der EU-Kommission, den Verkauf der Energiesparte von Alstom an General Electric zu billigen, vorabsehbar. Er sieht für die Aargauer Wirtschaft eine Chance.

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Herr Hofmann, haben Sie mit dem Entscheid der Europäischen Kommission gerechnet?

Urs Hofmann: Aufgrund der Kontakte mit den Alstom-Verantwortlichen war davon auszugehen, dass er so ausfällt, ja. Es hat sich abgezeichnet, dass die EU-Kommission für die Genehmigung der Übernahme von Alstom durch General Electric die Abspaltung des Gasturbinen-Geschäfts verlangen wird.

Was bedeutet das für den Industrie-Standort Aargau?

Ich beurteile die Übernahme von Kernelementen der Alstom-Gasturbinen-Sparte durch das italienische Unternehmen Ansaldo grundsätzlich positiv. Das ist auch die Einschätzung bei Alstom.

Warum?

In diesem Geschäftsbereich gibt es Überschneidungen zwischen General Electric und Alstom. Deshalb hat die EU-Wettbewerbsbehörde auch interveniert. Es wäre zu befürchten gewesen, dass General Electric die Gasturbinen-Sparte in der Schweiz nach der Übernahme abbauen oder sogar aufgeben würde. Wenn der Geschäftszweig nun an einen Konkurrenten von General Electric geht, hat dieser auch Interesse, ihn weiterzuentwickeln. Darum stehen die Chancen zum Erhalt der rund 430 betroffenen
Arbeitsplätze in Birr und Baden mit der nun getroffenen Lösung besser.

Ist nicht zu befürchten, dass Ansaldo das Gasturbinengeschäft nach Genua verlegt?

Nach den bisherigen Einschätzungen gibt es dafür keine Anzeichen. Es ist nicht so ohne weiteres möglich, das hier vorhandene Know-how nach Italien zu transferieren und hoch qualifiziertes Personal nach Genua zu verpflanzen.

Gibt es Zusicherungen?

Wir haben mit Alstom vereinbart, nach dem Entscheid der EU-Wettbewerbsbehörde mit Ansaldo in Kontakt zu treten. Das wird in den nächsten Tagen erfolgen.

Gibt es neue Informationen über die Pläne von General Electric am Standort Baden?

Ich gehe davon aus, dass wie schon früher kommuniziert, wichtige Bereiche in Baden verbleiben und Baden im Energiegeschäft von General Electric einen wichtigen Stellenwert haben wird.

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