«Es wäre das schlimmstmögliche Szenario», sagten Connie Fauver und Sandra-Anne Göbelbecker im Februar über eine mögliche Auflösung des Vereins «frauenaargau». Die beiden Co-Präsidentinnen hatten bereits vergangenen Herbst bekannt gegeben, dass sie das Präsidium des Frauennetzwerks Mitte 2019 abgeben werden. Die Suche nach einer oder mehreren Nachfolgerinnen gestaltete sich indes schwierig. Sollte sich bis zum 30. Juni niemand finden, würde der Verein aufgelöst.

Nun gibt es einen Lichtblick, wie Connie Fauver sagt. Mehrere Frauen hatten sich nach dem erneuten Aufruf gemeldet, die Gespräche seien zum Teil erfolgreich gewesen: «Von vier Frauen, die sich ursprünglich gemeldet haben, sind es nun zwei, die es sich definitiv überlegen», sagt die Co-Präsidentin auf Anfrage. Ende Monat werden sich die beiden interessierten Frauen erneut treffen und entscheiden. «Wir sind zuversichtlich, dass es mit der Nachfolge nun doch noch klappt», sagt sie. Connie Fauver und Sandra-Anne Göbelbecker teilen sich das Amt als Co-Präsidentinnen seit 2012. Solche Vorstandsarbeit in Vereinen nehme viel Zeit in Anspruch, sagten die Co-Präsidentinnen im Februar gegenüber der AZ.

Frauentagung am 25. Mai

Zwei Mal im Jahr lädt «frauenaargau» alle Aargauer Parteien, Frauenorganisationen und Fachstellen an den runden Tisch. Dort vernetzen sich die Frauen, es werden Termine ausgetauscht und gemeinsame Aktivitäten durchgeführt, wie beispielsweise Podien mit Kandidatinnen aus allen Parteien. Einmal im Jahr organisiert das Frauennetzwerk ausserdem eine offene Frauentagung.

Die siebte und letzte Tagung unter der Führung von Fauver und Göbelbecker findet am 25. Mai in Aarau unter dem Motto «Helvetia beweg dich! Frauen in Aktion» im Grossratsgebäude in Aarau statt. «Wir sind sehr stolz, dass auch dieses Jahr hochkarätige Frauen nach Aarau kommen», sagt Co-Präsidentin Fauver. Interessierte können am Morgen einem Inputreferat der Geschlechterforscherin und feministischen Aktivistin Franziska Schutzbach mit dem Titel «Feministisch leben! Die Wiederkehr der Frauen*bewegungen» beiwohnen. Danach findet eine Podiumsdiskussion statt, bei der Schutzbach mit Jolanda Spiess-Hegglin (Netzaktivistin und Geschäftsführerin #NetzCourage) sowie Sibylle Forrer (reformierte Pfarrerin) diskutieren wird.

Vor der Mittagspause informieren Sandra-Anne Göbelbecker und Irène Kälin, Grünen-Nationalrätin und Präsidentin bei Arbeit Aargau, über die kommenden Wahlen und den Frauenstreik am 14. Juni. «Am Nachmittag können die Teilnehmerinnen dann aus zwölf Workshops auswählen», sagt Fauver. Die Workshops behandeln unterschiedlichste Themen, die Frauen betreffen oder interessieren könnten. Während Spiess-Hegglin über Hass im Netz referiert und Strategien zur Gegenwehr empfiehlt, können auch Workshops über die Neugestaltung der eigenen Erotik, über selbstbewusste Auftritte, über autobiografisches Schreiben, Yoga oder das dekorative Schreiben mit Pinselstrich besucht werden.

Die Teilnahme kostet zwischen 80 Franken (für Frauen, die finanziell nicht in der Lage sind, den Regulärbetrag zu bezahlen) und 140 Franken, mit denen die Kosten der Tagung abgedeckt werden. Wer einen Solidaritätsbetrag von 180 Franken zahlen möchte, ermöglicht es erst, finanziell schlechtergestellten Frauen die Tagungsteilnahme für 80 Franken anzubieten. Interessierte können sich bis zum 7. Mai unter www.frauenaargau.ch anmelden.