Expo

Höchster Gewerbler will nächste Landesausstellung in den Aargau holen

Expo.27? Gewerbeverbandspräsident Kurt Schmid macht sich dafür stark, dass die nächste Expo im Aargau stattfindet. Nur schon mit seinem Vorschlag will er die Beachtung für den Aargau erhöhen.

Bei der Expo.02 rund um Bieler-, Neuenburger- und Murtensee präsentierte sich der Aargau unter dem Motto «Ausfahrt Aargau». Das gefiel Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV), sehr. Denn damit lud man die Expobesucherinnen und -besucher ein, bei der Durchfahrt durch den Aargau eine der vielen Ausfahrten zu nehmen und diesen vielfältigen Kanton kennen zu lernen.

Schmid nimmt jetzt diesen Gedanken mit Blick auf die 2027 am Horizont aufscheinende, nächste Expo auf und schlägt vor: «Die nächste Landesausstellung soll im Aargau stattfinden.»

Kurt Schmid, Präsident des Aargausichen Gewerbeverbandes

Kurt Schmid, Präsident des Aargausichen Gewerbeverbandes

Warum? Schmid verweist auf die vielfältigen Bemühungen von Politik und Wirtschaft, von Tourismus Aargau, Gastro Aargau, Museum Aargau, Standortförderung und weiterer Institutionen, den Aargau nach aussen besser zu präsentieren und zu «verkaufen».

Schmid: «Wir wissen bereits, dass der Aargau ein Spitzenkanton ist. Er kann seine Stärken in den entscheidenden Faktoren Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur wie kaum ein zweiter Kanton einbringen.»

Er fragt rhetorisch: «Was würde sich besser eignen als eine Expo, all unsere Bemühungen zu bündeln, einen Schwerpunkt zu setzen und unseren Aargau in den Mittelpunkt zu stellen, sodass er die ihm gebührende Aufmerksamkeit bekommt?» Er ist überzeugt: Das hätte eine vorgängige und die gewünschte nachhaltige Wirkung.

Es gäbe auch was zu verdienen

Schmid weiss, jede Expo ist ein Abbild der jeweiligen Gesellschaft. Die nächste solle und müsse anders sein als die in der Drei-Seen-Landschaft. Man erwartet, dass sie die Schweiz mindestens eine Milliarde Franken kostet. Auf Einwürfe, das wäre viel zu teuer, sagt Schmid: «Wir haben geeignete, bestehende Plattformen.» Man müsse keine teuren Arteplages schaffen.

Schmid glaubt, dass die Schweiz für eine Expo nicht alle 25 Jahre eine Milliarde Franken aufbringen kann. Deshalb sollte man den Abstand um einige Jahre hinausschieben oder den Kostenrahmen einschränken. Es gäbe für die heimische Wirtschaft aber auch etwas zu verdienen, sagt er und gibt gern zu, dass er bei seinem Vorschlag auch daran denkt.

Der frühere langjährige Gemeindeammann von Lengnau hofft, es gelinge so, die Kräfte zu bündeln, den Kanton der Regionen wunderbar zu präsentieren, gegen innen und aussen etwas zu bewegen und die Vielfalt des Kantons zu zeigen. Davon ist er überzeugt.

Kommt die Idee nicht zu spät?

Aber kommt er nicht zu spät? St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden bemühen sich seit langem gemeinsam um den Zuschlag für die nächste Expo. Kürzlich hat die Konferenz der Kantonsregierungen dem Bundesrat gegenüber signalisiert, die Kantone sähen die Ostschweiz einstimmig als «geeignete Bühne» dafür. «Klar ist, dass es keine Konkurrenz zum Ostschweizer Expo-Projekt geben wird», schrieb denn auch die «Neue Zürcher Zeitung» im Juni.

Schmid lässt sich davon nicht beeindrucken: «Nein, es ist nicht zu spät, es ist noch nichts entschieden.» Nirgendwo stehe geschrieben, dass die Expo 2027 sein muss. Genauso gut könnte sie 2030 oder 2035 sein. Schmid: «Die Zeit für eine Grundsatzdiskussion reicht noch lange.»

Wenn diese positiv enden sollte, würde auch die Zeit für die Erarbeitung eines Konzepts gut reichen, ist Schmid überzeugt. Er weiss, dass dies einem Kraftakt gleichkäme, und hofft darauf. Natürlich hofft er auf Resonanz über das Gewerbe hinaus, an dessen Delegiertenversammlung er dafür einen ersten Impuls gegeben hat.

Bisher seien die Rückmeldungen nur positiv. Am nächsten AGV-Präsidentenanlass ist Schmid auf weitere Reaktionen gespannt. Je nach Echo könnte ein Grossrats-Vorstoss resultieren.

Ein Expo-Bundesbeschluss ist für 2018 geplant. Der Aargau muss sich also sputen, falls er sich hinter Schmids Ziel stellen sollte. Für Schmid steht fest: «Die Aargauerinnen und Aargauer sind gut im Organisieren und festerprobt, sie können das.»

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